Keser führte des toten Zeinabdeddins Geschwader. Seine Brust war gewölbt und sein Bauch eingezogen, daß, lag er, Hunde mit gerecktem Schweif durch die Höhlung laufen konnten. Zwei geraubte Frauen lagen auf seinem Sattel.

Reitend kamen sie zum Paß Conghez, den drei Reiter verteidigten, einen Wall Tataren vor sich niederlegend. Als Timur selbst vorsprengte, kam der größte der drei auf ihn zu und schlug ihm zweimal feurig über den Helm, daß er erstaunt stand wie eine Säule. Über die Felsen herunterkletternd schlug ihm Keser den abgehauenen Kopf des Riesen vor die Füße.

Unter ihnen dehnte sich eine Landschaft, glatt und ohne Welle, mit Fruchtbäumen, Quellen und vielen Lusthäusern geschmückt.

In diesen Gegenden rastend und den Genuß der strahlenden Sonne nehmend, noch den Frost wirbelnden Schneesturms der Gebirge in den Knochen, kam eines Mittags, wo Timur ein Lustzelt aufbauen ließ zwischen Tulpen in einer Wiese, aus einem Hain eine Ziege, größer wie ein Pferd, ein Horn auf der Stirn und voll langer grüner Haare, die die Erde überstreiften. Die Chinesin, die neben ihm stand, duckte sich schreiend nieder.

Das Tier kam einen langsamen Gang auf sie zu, die Augen und das Horn gegen Timurs Brust gewendet, aber gerade vor ihm verlor es die Richtung seines Ganges. Es bewegte die Nase gegen die Höhe und zog einen Bogen weiter. Je mehr es sich entfernte, um so stärker glänzte sein Fell, bis es, eine weiße Wolke, in den Hain zurückschlug.

Die Chinesin hieb mit allen Gliedern um sich und klopfte die Stirn auf den Boden vor Verzweiflung, die sich endlich sprengte. Sie schrie: „. . . genug, genug . . .“ und faßte sich nicht. Er fragte sie, warum sie es wolle und sie sagte, weil sie ihn liebe, er aber lächelte mit einer Falte über sie hin. Hinter ihnen standen Negerinnen und Miser Ulek. Steif das Gesicht wie ein Segel flüsterte sie: „Preis für feige Offiziere, heulende Maus“. Aber Timur schüttelte die filzigen Haare um den Kopf, daß sie schwieg.

Er ließ Guines holen in das Zelt und eine Windrose asiatischer Erde malen. Zu zwei Dritteln füllte er sie mit roter Farbe. Auf den Rest deutete er, seine Augen beherrschten opalig breit das Zelt, er sagte:

„Dies ist in meine Hand gegeben, soll ich das andere lassen?“

Ihre Lippen formten „zu viel“, aber ihr Atem gab dem kein Leben, denn seine ungeheure Stirn erblickend, stürzte vor ihren Augen auch das letzte Zeichen, und, erblassend, fiel sie vor ihn und versprach, ihre Liebe zurückzuwerfen über ihre Angst und die Stimme zu töten, die aus ihr sprach.

Sie schwieg.