Die jungen Dichter, diesem Menschen die Freiheit gebend, dem Ausschlag seines Gefühls zu folgen, wohin es führe . . . die jungen Dichter, die wählen lassen zwischen Laster und Güte, sehen, wie von magnetischem Pole angerissen, ihre Menschen alle zur Güte streben. Doch nichts von Weichheit vor solchen Aufgaben! Nichts Gebundenes, selbst nicht in christlichem Sinne.
Selten war Überschwang so hart, Kunst so stürmisch, Rhythmus der Seele derart unbändig geführt. Menschen schaukeln im Kosmos. Liebe ist ihnen Neigung zur Menschheit. Ist Religiosität, die über Konfessionelles hin das letzte, das streng gerichtet Rechte will.
Donnernder schallt ihnen als die Kanonen der größten Offensiven das Wort der Zusammengehörigkeit unter den Menschen. Ist Kampf, sei er vom Geist. Sie wollen Gerechtigkeit, aber nicht von der Macht, ungeistig wie nur eine, sondern Gerechtigkeit der Tat und Liebe. Kämpferisch wie kaum eine Generation kämpfen sie um den Geist. Aus Blut und Qualm der Epoche sich hebend und fordernd treffen sie auf solchen Wegen Gott.
Mit fiebrigen Händen, heißen Munden suchen sie; ergriffenste Prosa, unerhörter Rhythmus leidenschaftlichsten Gedichts fängt ihn ein. Jede Erde, jedes Blatt, jedes Tier erliegt der Beschwörung, einzustimmen in solche Harmonie. Kein Raum, der nicht mitzittert im religiösen Akkord der einfachen Schöpfung.
Gott wird überallhin wiedergeboren.
Seine Liebe schlägt zurück, ein Kranz bindet sich um die metaphysisch schwebende Erde. Nur das Wichtige hat Sinn, nur die Förderung, die jedes Echte trägt. Jedes Ding, angegriffen, bestürmt, entschält sich. Voll Ehrfurcht nähert Dichtung sich dem nur Wichtigen, dem Kern des Dinges.
Keine Fassade mehr . . . Gefühl nur der Menschen . . . Erde unter unwägbarem Himmel . . . Melodie der Schöpfung aus dichterischem Ruf.
Neue Zeit mit unwahrscheinlichen Kämpfen naht und droht.
Gelassen und mutig sieht das Geschlecht nach vorn. Ihm gibt es nur Menschen, ohne Vorurteile, ohne Hemmung, ohne gezüchtete Moral. Ihm gibt es keine innere Trennung der Nation zu Nation. Sieht so gerichteter Blick nicht durch das Volk zum Menschen?
Bewußtsein der Verantwortung bringt die Verpflichtung. Ahnen, Vorhut zu sein kommender Menschheit, großen Marschtritts ähnlichen Wollens Vortreter zu sein nur in einer Epoche der glatten Macht, der Militärs, der Knebelungen gegen die Freiheit und den Geist der Zeit, zwischen tausend Schlachten der Völker . . . Blutschuld am Geiste heißt verpflichtet sein, was gleicher Gesinnung vorausging.