»Wozu bekam ich den ewigen Durst? Ich möchte wissen, wozu ich ihn bekam?« schrie er wild.
»Das will ich wissen!?« brüllte er, und sein ganzes Gesicht zuckte.
»Jetzt sollten Se zu schlafen versuchen, mein Lieberche, und nich so was Unnitzes fragen.«
»Zum Schlafen kommt schon noch Zeit genug,« stammelte John. »Ich möchte wissen, ob ich denn bloß zum Saufen auf die Welt kam?«
»Aber nei! Sie hätten doch e feiner Kaufmann werden können, oder auch e studierter Herr, wie d'r Großvaterche.«
»Sprich doch nicht dummes Zeug!« brummte er gereizt. »Du verstehst von gar nichts! Keiner versteht was! Und alles ist so verdreht, so verdreht« ...
Die Wärterin war zu der Überzeugung gelangt, daß John heute abend ein Schlafpulver bekommen müsse. Sie holte das Tischchen herbei, das zur Nacht an sein Bett gestellt wurde, und rührte ihm dann rasch ein Pulver ein.
»Dies trinken Se man und dann werden Se schon schlafen, mein Lieberche.«
Erst wollte er nach dem Glas stoßen, aber dann riß er es plötzlich an sich und leerte es gierig. Er plumpste wie ein ermatteter Maikäfer auf den Rücken, als das Schlafmittel zu wirken begann. Dore nahm die Brille ab und betrachtete ihn mit einfältiger Miene. »Dummer Äsel,« brummte sie, »wärst verninftig jewesen, hätt dir die janze Welt offen jestanden. Aber nu – was hast? Gar nuscht.« Da John die Augen geschlossen hatte, löschte sie die Lampe aus und zündete dafür ein Nachtlämpchen an. Sie setzte ein paar Flaschen Selterwasser auf sein Tischchen, die er im Laufe der Nacht zu leeren pflegte, um das fortwährende innerliche Brennen zu lindern, und verfügte sich dann in ihr Zimmer, um geräuschlos zu Bett zu gehen.