»Ich gehe,« schnaubte Onkel John, »und ich komme nicht eher wieder, als bis ihr mich auf Knien und Ellbogen darum bitten werdet.«
Es erfolgte ein Gelächter, in das nur Paul und Frau Zarnosky nicht einstimmten. Paul machte ein ängstliches, beinahe verstörtes Gesicht. Frau Zarnosky erhob sich erregt und sagte: »Onkel John, wenn Sie jetzt hingehen und etwa in der Stadt erzählen, daß Paul anfängt, schwachsinnig zu werden, so werde ich Sie nie mehr in meinem Hause dulden.«
Der gute Schwager verklärte sich. »Aha,« sagte er, »diese Tatsache ist Ihnen also doch nicht entgangen?! Aus unsrer Familie hat er das jedenfalls nicht ...« Dabei schlüpfte er aalgeschwind nach der Tür, um sich von dort mit einer spöttischen Verbeugung zu empfehlen. Die angenommene Kündigung hatte er total vergessen.
Richard Zarnosky zuckte nur die Achseln, als sein angenehmer Bruder hinausschlüpfte. Die ganze Familie war an derartige Auftritte mit Onkel John gewöhnt. Frau Zarnosky war meist die einzige, die sich dabei aufregte.
Paul ging auf den Hof, um über das nachzudenken, was der Onkel von ihm behauptet hatte. Da er die Sensibilität seiner Mutter und eine große Phantasie besaß, so hatte ihn die seltsame Behauptung in Unruhe und Angst versetzt.
»War es nicht gestern vor drei Wochen, daß Vater die beiden Rappen kaufte?« fragte er Rodenberg.
»Ja, das is nu all drei Wochen her,« erwiderte der Kutscher.
»Am ersten wurden sie beschlagen, nicht wahr?«
Rodenberg kratzte sich den Kopf. »Kann sind. Ich weiß nich mehr jenau,« und er trollte sich.
Paul setzte sich auf eine Wagendeichsel und versank in angestrengtes Grübeln; er stellte die schwierigsten Daten in seinem Kopfe fest. Eine der vielen Speicherkatzen sprang ihm auf den Schoß und rieb sich schmeichlerisch an seiner Jacke. Der Junge wollte sie vertreiben, weil ihn das beim Nachdenken störte; aber die Katze klammerte sich fest, freundlich schnurrend und vergnügt mit dem Schwanze wippend. Paul streichelte sie mit abwesender Miene, bis ihm der wippende schwarze Katzenschwanz plötzlich zwischen die Lippen geriet. Da sprang er auf und ließ das Tier fallen, die klebengebliebenen Haare ärgerlich vom Munde wischend.