Der Kranke verzog das Gesicht. »Ich säße jetzt lieber zu Hause,« sagte er mißmutig.

»Ich auch! Ich auch!« sagte Johannes.

»Da hinauf komm' ich heut' nicht mehr,« murmelte John, auf die Düne zeigend.

Johannes verfärbte sich. »Bleib nich! Bleib nich!« rief er entsetzt. »Graurig hier! Graurig hier im Dunkeln!«

»Ich werde schon Mittel und Wege finden, daß wir vor acht auf dem Bahnhof sind,« versetzte der Trinker mit seinem Imperatorenlächeln.

Und der Schwachsinnige vertraute seinem Ideal. »Is gut! Is gut!« sagte er beruhigt.

John versuchte nun fröhlich zu sein; aber es wollte ihm nicht recht gelingen, und je näher der Abend kam, desto stiller wurden sie alle beide. Johannes begann wieder zu essen; doch diesmal ohne Genuß: die große Nähe des weiten, lärmenden Wassers bedrückte zu sehr sein Gemüt. Und John bedrückten Todesgedanken. Er kam sich vor wie ein Sterbender, der sich noch einmal in die Sonne gesetzt, der das Meer und die Sonne noch einmal sehen wollte, um von ihnen Abschied zu nehmen. Das Gebrüll der Wogen hatte seine Fröhlichkeit verloren. Sie klagten jetzt immer lauter und lauter und hohler: eine tragische Musik. John lehnte sich schwer an die kalte Dünenwand mit dem rieselnden Sande. Er hatte einen Ton im Ohr, der aus der Ferne zu kommen schien, aus einer Ferne, die nicht auf Erden war. Der Tod schlug mit der Sichel an. »Ich komme bald!« klang's aus der Ferne.

»Ich verreise nächstens,« sagte John plötzlich.

»Weiß! Weiß!« murmelte Johannes.

»Nicht in die Anstalt,« sagte der Trinker.