»Daß er Sie und Ihren Onkel strafen wird,« entgegnete sie wild.
»Dann ist dein Gott ein Teufel!« rief er, gereizt werdend, denn er dachte: bin ich nicht schon elend genug?!
»Mein Gott ist ein Teifel?« wiederholte Dore entsetzt. »Daß Ihnen nich der Blitz erschlächt!«
John lachte. »Er kann nicht blitzen. Er ist doch nur ein Märchen.« – »Gott,« sagte er und sah zur Decke auf, »das sollte etwas sein, wie Blumenduft, wie Harfenspiel und Sonne; nichts als Süße und Herrlichkeit. Strafe und Gott? Blitz und Gott? Das sollte nicht zusammenpassen.«
Er schloß die Augen und sein ganzes Gesicht arbeitete. »An Gott denken,« stammelte er, »das sollte sein, wie an silberne Quellen denken in tiefen grünen Märchenwäldern, wie an frische Wiesen denken, neben rauschenden blauen Strömen, das sollte sein, wie ein Versinken in etwas himmlisch Weiches und Beruh'gendes.«
»Bring mir Papier und Bleistift,« sagte er dann barsch und verlegen, »ich habe zu schreiben.«
»Sie wollen schreiben?« fragte Dore, die Augen noch weiter aufreißend. »Das haben Se ja noch nie jetan.«
»Das Personal hat seine Meinung für sich zu behalten.«
»Sie werden d's Schreiben verlernt haben.«
Nun lag Papier und Bleistift vor ihm, und John machte ein dummes Gesicht, weil er nicht wußte, wie er anfangen sollte.