»Ich? D'n Onkel John verklagen?« Dore lachte grimmig. »Eher nähm ich meine sieben Sachen und mach mir auf die Sohlen. Nei! Mit dem bind ich nich an! Der kann e unschuldjen Menschen durch seine Märchen ins Zuchthaus bringen.«

»Wissen Sie was?« flüsterte der gute Neffe. »Er hat doch ein durchgegang'nes Reitpferd eingefangen und dann vor Gericht geschworen, daß es seins ist.«

»Nanana!«

»Wahrhaftig Gott!«

»Eins, was wahr ist,« sagte Dore feierlich, »daß es mit dem noch mal ein schlechtes Ende nimmt, das steht fest. Sie und d'r Onkel, ihr wißt ja gar nicht, was ihr anjeben sollt? Wozu ihr auf der Welt da seid?!«

»Weißt du vielleicht, wozu du da bist?« näselte er.

»Na, jewiß weiß ich.«

»Das bild'st du dir ein!«

Dore schlug nur stumm mit der Hand, denn der Husten überfiel sie aufs neue. »Was muß e Mensch sich ärjern,« hub sie dann wieder an. »Solche Jemeinheit! Mir zittert alles! Aber der liebe Gott wird ihn schon finden! Der wird ihn schon strafen!«

»Was weißt du von Gott?« sagte John spöttisch.