Und das war doch nicht möglich ...
Gegen Morgen erwachte er nach einem schönen Traum und ganz ohne die traurige Musik, die stets beim Erwachen in seinen Ohren zu klingen pflegte. Ihm hatte geträumt, er küsse große, weiche, violette Blumen, und das war so angenehm gewesen, so schön, so beruhigend. Ihm war so wohl gewesen im Traum, und auch noch viel besser war ihm als sonst. Er sehnte sich jetzt nur nach Blumen, nach vielen weichen, kühlen Blumen, in die er sein Gesicht hineinbetten konnte wie in seinem Traum.
Um sieben klopfte es. Frau Kalnis brachte einen Rosenstrauß, den Onkel John geschickt hatte.
Wunder über Wunder, dachte John entzückt, und wie ein Rausch überkam ihn die Hoffnung, er könne vielleicht doch noch gesund werden.
Da er sich so wohl fühlte, stand er bald auf, um sich auf die Veranda zu setzen. Als er heraustrat, wurde er sofort von Peter entdeckt, der schon Turnübungen auf den Rollwagen vollführte. Fröhlich meckernd kam das Tier dahergestürmt, warf die Vorderbeine hoch in die Luft und fiel seinem Herrn buchstäblich in die Arme.
»Herr Johnche!« rief Rodenberg vom Pferdestall her. »Se sollen mal jleich was Neies heren kommen!«
Johns Herz begann vor Neugier zu klopfen. Vielleicht kommt noch mehr Gutes, dachte er. Peter am Halsband nehmend, humpelte er so schnell er konnte über den Hof. »Na?« fragte er den strahlenden Kutscher.
»Der Beese is diese Nacht besoffen im Wasser jefallen und ertrunken.«
»Das ist gut! Das ist gut!« rief John mit triumphierender Miene und den zuckenden Bewegungen eines Hampelmannes.
»Ich frei mir ja auch,« sagte Rodenberg bieder.