»Der Glaube kann Berge versetzen!« rief der Pfarrer, daß es dröhnte. Und dann leiser: »Wenn Sie von ganzem Herzen bereuen, dann wird der Herr Ihre Sünden auslöschen, und Sie werden eingehen zur ewigen Seligkeit.«
»Zur ewigen Seligkeit?« flüsterte ungläubig der Trinker.
»Ja! Zu den Asphodill- und Lilien-Fluren, zu den Scharen der Seligen mit den goldenen Harfen.« Die Augen des Sprechers leuchteten verzückt.
»Asphodill- und Lilien-Fluren?« wiederholte John wie ein Kind. »Und darüber ein Osterhimmel, nicht wahr?«
»Nein! Gott darüber!« sagte laut und feierlich der Geistliche.
John zuckte in plötzlicher Ergriffenheit zusammen, und der Pfarrer erhob sich.
»Der Herr lasse sein Antlitz über dir leuchten und schenke dir seinen Frieden!« murmelte er voller Inbrunst, die große, feste Hand segnend über den Todgeweihten gereckt. Und dann ging er mit festen Schritten von dannen, umflossen von der Pracht seines Dünkels und der Zuversicht seines Glaubens. Frau Kalnis öffnete ihm, demütig wie ein Hund, die Tür. Als er ihr die Hand hinstreckte, durchfuhr sie diese Herablassung wie ein Blitzstrahl.
John dachte an die Asphodill- und Lilien-Fluren; seine Phantasie schuf Bilder auf Bilder. O ja, er hatte schon Lust, nach jenen Fluren auszuwandern, nur glaubte er nicht, daß sie existierten. All das waren schöne Märchen für Kinder und Schwachsinnige.
»Na, wie ist Ihnen jetzt?« fragte Frau Kalnis, noch ganz heiß von dem Händedruck.
John machte mit Gewalt ein verschmitztes Gesicht. »Wissen Sie was,« entgegnete er, »der Mövius hat direkte Telephonverbindung mit dem lieben Gott.«