»Er phantasiert e bißche,« half sich die Wärterin.
Frau Zarnosky ließ sich am Krankenbett nieder und ergriff still und mit den Tränen kämpfend ihres Sohnes Hand. »Heul doch nicht immer!« hätte John am liebsten gerufen; aber er wollte die Mutter nicht kränken und auch nicht zeigen, daß ihm ihre Tränen eine Qual waren. Er schloß die Augen und tat, als wolle er schlafen.
Als sie ihn eingeschlafen glaubten, ließ Frau Zarnosky ihren Tränen freien Lauf und sagte flüsternd zu Dore: »Lange wird es nicht mehr dauern.«
»Neinei,« entgegnete diese.
»Ich darf mir wohl keine Vorwürfe machen,« fuhr die Mutter fort. »Ich hab' wohl für ihn getan, was in meinen Kräften stand.«
»Das haben Se,« bestätigte die Wärterin.
John tat sich Gewalt an, um sein Wachsein zu verbergen; aber es wollte ihm nicht gelingen: sein Herz zersprang vor Zorn und Angst. »Ihr könnt mir alle gestohlen bleiben!« stieß er verzweifelt hervor.
Frau Zarnosky sprang bestürzt auf. »Aber lieber Junge – –« stotterte sie.
Dore beruhigte Mutter und Sohn. Sie gab John Medizin ein und glättete seine Kissen, wobei ihr Mundwerk auch nicht einen Augenblick stillstand. Trotzdem überhörte sie nicht das schüchterne Klopfen an der Tür. »Das is der Pfarrerche,« sagte sie, resolut »herein« rufend.
Und es war der Pfarrerche. »Wie geht's? Wie geht's?« fragte er, unter Verbeugungen näher tretend.