»Besser natürlich,« erwiderte Frau Zarnosky, und ihre weinerliche Stimme stand in lächerlichstem Gegensatz zu ihren Worten. John hätte aus der Haut fahren mögen.

Johannes schlingerte sich unter verlegenem Händereiben bis zum Bett, setzte sich auf die Kante des Stuhls, den Frau Zarnosky verlassen hatte, und machte hungrige Augen. »Schon Abendbrot, Abendbrot jejessen?« fragte er verschämt im Kreise herum.

»Gib ihm doch was!« sagte John rasch zu seiner Mutter.

»Sie sind immer bei App'tit, Herr Pfarrerche liebes, nich wahr?« schmunzelte Dore.

Johannes sah sie unwillig an. »Wirst jefracht? Wirst jefracht?« versetzte er indigniert.

Er bekam ein großes Schinkenbrot, das er mit stummer Wollust ergriff. Seine langen, nicht ganz sauberen Finger umklammerten es fest und zärtlich. »Schön, schön ... Danke, danke!« stammelte er mit halbgeschlossenen Augen.

»Na, Pfarrer, wie ist's mit dem Himmel?« fragte ihn John ganz leise.

Der Schwachsinnige lächelte leer und ängstlich. »Noch e bißche warten; nächstes Jahr, nächstes Jahr.«

»Na, ich weiß was,« fuhr John ebenso leise fort, »Frau Kalnis soll zu euch ziehen, wenn ich tot bin.«

Johannes warf Dore ganz von untenauf einen unbeschreiblichen Blick zu. »Meinst, meinst?« entgegnete er ziemlich zerstreut, denn das Schinkenbrot nahm seinen ganzen Menschen in Anspruch.