Abends gegen zehn verlangte John mit klaren Augen Champagner, und Dore beeilte sich, ihm das Gewünschte zu holen. Während des Trinkens riß er sich immer wieder am Halse, weil ihm das Schlucken sonderbar schwer fiel. »Will nicht mehr rutschen,« sagte er mit einer traurigen Grimasse. Dann legte er sich zurück, faltete die Hände und ließ wie in alten Tagen die Daumen umeinander laufen. Frau Kalnis holte ihr Strickzeug und setzte sich zu ihm ans Bett.
»Dore,« sagte er plötzlich, »war das alles: geboren werden, saufen und nun sterben?«
»Wie meinen Se, Herr Johnche?«
»Ich meine, ob das alles war, was ich erleben sollte?«
»Na–e ...« und mehr wußte sie nicht.
»Dann war mein ganzes Leben fünf Pfennige wert!« stieß John zwischen den Zähnen hervor.
»Aber vielleicht kommt doch noch etwas,« murmelte er dann. »Etwas muß doch noch kommen, es war doch noch so gar nichts, so gar nichts – – Vielleicht ist der Tod eine angenehme Überraschung,« setzte er mit Humor hinzu. Darauf sah er starr vor sich hin und sagte: »Vielleicht ist der Tod das einzige große Erlebnis im Leben der meisten Menschen.«
»Denken Sie auch an Gott?« fragte Frau Kalnis.
John hatte die Augen geschlossen und schwieg.