Daß er sachlich zu sprechen begann, machte sie ruhiger.
„Wovon sollte ich die zahlen.“ Er sah sie fest an.
„Wovon? Fühlen Sie das nicht, Eva?“
Ihre Hände hingen matt hernieder. Er betrachtete sie lange. Aber er nahm sie nicht in die seinen. Nur nichts übereilen. Langsam begann er ihr in Worten ein lebendiges Bild zu malen.
„Sie beziehen, am liebsten in meiner Gegend, eine kleine feine Wohnung. Nur kein Kellerloch oder Dachstübchen. Das drückt von vornherein das Können nieder. Auch die öffentliche Meinung. Dann schaffen Sie sich jemand, der Ihnen den Kleinkram des täglichen Lebens fernhält und nebenbei diskret ist. Dann erst sehen Sie sich nach geeigneten Lehrern um. Natürlich müssen sie erstklassig sein. Auf die Honorare darf es nicht ankommen. Und dann – ergibt sich das Schönste wie von selbst. Das Lernen. Das Vertiefen. Die Seligkeit, daß es bestimmt geschafft wird. Die Vorausempfindung all des brennenden Neides der liebwerten Kollegenschaft – aber auch der Macht, die täglich wachsen und genau wie die meine, zur Andacht niederreißen wird – mag die Menge willig sein oder nicht.“
Mit weitvorgestrecktem Haupt hatte sie ihm gelauscht. Das war ein Klang aus jener Welt, in der allein sie glücklich zu werden wähnte. Ein echter Klang. Das fühlte sie. In diesem Augenblick empfand sie auch keinen Widerwillen gegen Paul Karlsen. Seine Güte zurückzuweisen, erschien ihr unnatürlich. Ja – unmöglich, je länger sie über seinen Vorschlag nachdachte.
„Die Zinsen – wie hoch?“ fragte sie nur noch.
Da lag er ihr zu Füßen und zwang sie in einen tiefen, niederen Sessel hinein.
„Deine Liebe und sonst nichts! Fühlst du immer noch nicht, wie ich mich nach dir verzehre. Siehst du nicht, daß ich dir alles zu Füßen legen möchte und nur verlange, daß du dich von mir anbeten und lieben läßt?“