Nein, ein Bild war’s; als sie schärfer, sich dazu zwingend, hinsah, erkannte sie die überschlanke Gestalt eines weiblichen Wesens darin, die unter rotem Mohn auf grüner Wiese stand. Auf dem Gesicht lag der volle Schein einer glutrot gemalten Sonne und hob es scharf heraus. In seiner rührenden Anspruchslosigkeit wirkte es fast mit diesem Leuchten, das von innen heraus zu strahlen schien, lieblich. Obwohl Nase und Mund viel zu groß darin standen. Sie prägte es sich ein, um nur nicht denken zu müssen, daß sie mit jeder Minute ihres längeren Verweilens von ihrem Mädchenstolz verschwende.

Endlich kam er zurück. – Hochrot! Zornig!

„Niemals kann ich das finden, was ich gerade suche. Das ist gräßlich! Jetzt endlich ist es gelungen. Sehen Sie, bitte! Nun – was ist das?“

„Ein Scheckbuch,“ sagte sie tonlos, „aber ich begreife nicht.“

„Ganz recht. Sie haben also viel mehr Geschäftssinn wie ich – etwa vor sechs Monaten. Genauere Anweisungen brauche ich Ihnen also wohl nicht mehr zu erteilen. – Sie nehmen dies an sich und füllen einfach mit einer bestimmten, von Ihnen beliebig festzusetzenden Summe jeden Monat die Geschichte aus. Das weitere macht dann schon die Bank!“ Sie streckte beide Hände von sich, als wehre sie eine furchtbare Versuchung ab.

„Um Gottes willen, nur das nicht!“

„So verhaßt bin ich Ihnen, Eva? Was Sie ohne Bedenken von dem alten Blutsauger, der Sie zur Bretteldiva machen wollte, angenommen hätten, ohne diese Bedingung, das wollen Sie mir nicht gestatten?“

„Ich weiß nicht, ob ich es Ihnen jemals zurückerstatten kann.“

„Darüber sorgen Sie sich nicht. Zinsen allerdings – verlange ich.“