„Nein – nein, es ist etwas anderes..“

„Dann könnte es nur ein böses Gewissen sein. Und davon halte ich Sie frei.“

Der dunkle Kopf senkte sich tief. Eva von Ostried wurde der Antwort überhoben – das Gespräch noch allgemeiner und lebhafter, sodaß an eine weiter unbeachtet geführte Zwiesprache nicht zu denken war. – –

„Womit also werden Sie diesen sonnigen Nachmittag ausfüllen, Eva,“ fragte die Präsidentin, als sie, sorglich gebettet, sich mit einem Seufzer des Behagens in dem kühlen Zimmer ausstreckte.

„Wenn Sie mich wirklich nicht brauchen können, lege ich mich in einen einsamen dunklen Winkel und träume..“

„Und kommen vor dem Theater noch einmal kurz zu mir, damit ich Sie in dem neuen, weißen Kleide sehe, ja? – Das Abendessen werde ich heute auf dem Zimmer nehmen, bitte, sagen Sie es an. Und morgen bin ich wieder ganz frisch.“

Fühlte sie das Zögern des jungen Wesens? Eva von Ostried blieb noch einige Minuten neben ihrem Lager stehen, als laste etwas schweres auf ihrer Seele. Las sie das Geheimnis in den sprechenden Augen, das sich zuerst offenbaren wollte und nun doch plötzlich dies Vorhaben als so ungeheuerlich empfand, daß die Ausführung nicht gewagt wurde?

Sie deutete die offenbare Unsicherheit anders.

„Machen Sie nicht länger ein so reueerfülltes Gesicht, Evalein. Ich hab’s längst vergessen, daß Sie mich ungebührlich lange warten ließen. Im übrigen, Kind, nicht wahr, Sie wissen doch, daß ich Sie mit dem Gefühl einer Mutter lieb habe?“