„Und wofür? Für Lumpereien natürlich!“

9.

Das Nationaltheater hatte seinen großen Tag. Die Aufführung des ersten Aktes des „Parsifal“ war vorüber. Die Reihen lichteten sich. Es strömte die Stufen hinab, die in den Garten des Theaters führten. Auf den meisten Gesichtern lag noch die Andacht des Weihespiels. Einzig eine Frauengestalt hatte ihren Stuhlplatz inne behalten und saß mit zusammengelegten Händen. In ihr zitterten die heiligen Klänge nach: „Selig im Glauben.“

Zwei Herren waren, abseits des flutenden Menschenstromes, stehen geblieben und sahen zu ihr hinüber.

„Sie haben vor Beginn im Erfrischungsraum mit ihr gesprochen, Kurtzig,“ sagte der Jüngere, „kommen Sie, wir gehen jetzt zu ihr.“

„Das wage ich nicht, Baron Alvensleben. Sie wissen, wer einen Gottesdienst stört, muß eines Strafbefehls gewärtig sein.“

Der alternde Meister schüttelte den Kopf.