„Schauens – schauens!“ sagte er nachdenklich und begann zu rechnen.
Sie saß ganz still und mußte denken, was ihr Ralf Kurtzig jetzt wohl raten würde.
„Unter zwei Drittel für mich tu ich’s auf keinen Fall, Herr Sendelhuber.“ Dann zogen sich ihre Brauen zornig zusammen. Warum griff sie nicht sofort zu? – Ralf Kurtzig hätte seinen Vorschlag für den Anfang durchaus annehmbar gefunden? Ihm beugte sie sich schließlich und sagte unsicher, noch ehe Herr Sendelhuber mit dem Rechnen zu Ende gekommen war.
„Schön, meinetwegen, für diesmal die Hälfte.“
Sofort stellte sein Stift die emsige Arbeit des Zahlenmalens ein.
„’s is auch klüger. Sie stehen sich, im Vertrauen, bei der Hälft’ besser!“
„Also ein kleiner Gauner,“ dachte sie und äußerte doch nichts dergleichen. Sie wollte plötzlich vor allen Dingen möglichst schnell einen guten Ruf als Konzertsängerin haben und dazu brauchte sie solche Leute. Denn unter den verschiedenen Abschriften alter Verträge, die er ihr als Beweis seiner Tüchtigkeit und Beliebtheit vorlegte, befanden sich lauter gute, bekannte Künstlernamen.
Er schrieb bereits auf einem umfangreichen Bogen.
„Also am Ersten, Fünften und Neunten. So war’s doch? Die damische Feder tut’s scho wieder net, is halt a Kreiz.“ Er stieß sie kräftig auf die Decke des Tisches, wischte mit dem breiten Zeigefinger den entstandenen Tintenfleck fort und schrieb weiter.