Da warf sich Eva von Ostried neben der Bahre auf die Knie und preßte seine schlaffen Hände an ihr Herz, wie er es am Brunnen mit den ihren getan hatte. Und er wehrte ihr nicht.

Sie legte ihren Kopf dorthin, wo seine Liebe für sie gepocht. Es war still – für immer.

11.

Nach vier Tagen sandte Herr Alois Sendelhuber die Abschrift des Vertrages an Eva von Ostried. Sie war gerade im Begriff, zu einer Unterrichtsstunde nach dem Grunewalde hinaus zu fahren. Ihre neueste Lernbegierige war die Tochter eines mehrfachen Millionärs und hatte bei gutem musikalischen Gehör ein recht bildungsfähiges Zwitscherstimmchen.

Vor ihr lag, soeben abgeschlossen, ein Heft, in dem sie alle Ausgaben und Einnahmen zu buchen pflegte. Sie hatte festgestellt, daß sie die letzten fünf Wochen mit ihrem Verdienst allein ausgekommen war, ohne den Rest des andern Geldes anzugreifen.

Freilich, was war das für ein Leben gewesen.

Der Spiegel warf ihre Gestalt in dem reichlich abgetragenen Kleid getreulich zurück. Herrn Sendelhubers Kleidermacherin wäre mindestens vier Wochen zu beschäftigen gewesen.