„Gleich – gleich! Du hast mir also versprochen, daß du Eva von Ostried niemals verrätst, was zwischen uns gewesen ist. Ich habe die bestimmte Ahnung, als hätte andernfalls dein scheinbar recht angenehmer Aufenthalt hier sein Ende erreicht. Und dann wieder bei Fretzburg u. Sohn in die Putzabteilung zurück? Nee, weißt du – übrigens würden sie dich da gar nicht wieder einstellen.“
„Bleibst du jetzt noch eine Minute, so rufe ich um Hilfe!“
„Wer würde dich hören? Du siehst nach dem Fenster? Es ist unmöglich. Aber ehe jemand erscheinen würde, wäre ich bestimmt verschwunden. Und dann? Man würde dich einfach für geisteskrank halten. Zudem habe ich nicht mehr vor, sehr lange zu bleiben. Nur eine Kleinigkeit will ich noch schnell ordnen. In deinem Interesse, wie du mir hinterher zugestehen wirst. Ich bitte dich, daß du jetzt zur Vernunft kommst. Nimm an, ich käme erst in diesem Augenblick zur Tür herein und wäre dir dankbar, weil du Eva von Ostried gegenüber den Mund zu halten versprochen hast. Dir geht es schlecht. In diesem Gewand machst du den Eindruck einer Nonne, die ihre Haube noch nicht aufgesetzt hat. Auch sonst siehst du – verzeih’ diesen Ausdruck – etwas abgewirtschaftet aus. Gefallen gegen Gefallen. Nimm diese Kleinigkeit. Mir macht es nichts aus.“
Und er drückte ihr ein bißchen unter dem feinen Taschentuch geschickt verborgen gehaltenes Päckchen mit Scheinen in die Rechte.
Als sie das Knistern hörte, wurde sie leichenblaß.
Lässig setzte er den Hut auf und nickte ihr zu.
„Denk noch mal über alles nach und sei verständig, Lieselotte.“
Der Name brachte sie zur Besinnung. Matt hob sie die Hand mit dem Geld. Er legte die seine darüber und zwang ihren Arm in den Schoß. Unter seiner Berührung flammte eine purpurne Glut über ihr Gesicht bis zu dem altsilbernen Haare hinauf. Dann hob sich die Hand noch einmal.