„Sie übertreiben. Daran zu glauben vermag ich beim besten Willen nicht.“
„Und doch ist es so. Bei jedem Hervorruf lastete die Reue auf mir. Ich mußte an irgend eine Strafe denken.“
„Die ich über Sie verhängen würde?“
„Nein – an eine andere. Und sie ist gekommen. Ich möchte Ihnen so gern davon sprechen.“
„Um mich zu versöhnen, Eva?“
„Um mich zu erleichtern. Mein Herz ist sehr schwer.“
Da wallte das Muttergefühl an diesem fremden Kinde von neuem warm in der Präsidentin auf. Ihre Hand legte sich auf den geneigten Scheitel.
„Glücklich sehen Sie freilich nicht. Also, was ist geschehen?“
Eva von Ostried schlug beide Hände vor das erglühende Gesicht, weil sie sich vor dem klaren, tiefen Blick schämte.
„Der Karlsen hat mich nach der Vorstellung geküßt,“ stammelte sie.