Sie legte den Kopf ein wenig auf die Seite und blinzelte in die Schatten, die jetzt dunkelblau und lila getönt den Raum erfüllten. „Leider verachtet er mich durchaus nicht. Fast wäre mir das lieber gewesen, als das andere...“

„Was ist das?“ fragte er.

„Wenn ich ihn nicht... sehr tief einschätzte, würde ich darüber schweigen. Ich mißachte ihn aber. Darum...“ und sie erhob sich, ging in das Nebenzimmer und nahm aus dem Mittelfach ihres Schreibtisches seinen Brief.

„Lesen Sie ihn. Dies Schreiben ging mir zu, nachdem die Anschlußsitzung über meine oder besser meines künftigen Sohnes Erbfolge stattgefunden hatte.“

Horst Waldemar von Ostried las erstaunlich lange an den kurzen Zeilen.

„Es ist eine Gemeinheit,“ sagte er dann kurz und scharf. Sie nickte.

„Man könnte es wohl als solche bezeichnen! Daß Sie so ehrlich sind, freut mich doppelt...“

„Könnten Sie mir den ungefähren Wortlaut Ihrer Antwort an ihn mitteilen?“

„Nein... das möchte ich nicht.“

„Hätte ich mich in Ihnen getäuscht?!“