„Du willst jetzt lieber hier bleiben?“ fragte er weich.
Sie nickte nur und saß dann weiter – hilflos und ängstlich – neben der Glut.
„Sage frei heraus, was passiert ist,“ forderte er nach neuem, geduldigen Warten. Sie begann stärker zu zittern.
„Hunger,“ stotterte sie, als schäme sie sich dieses Geständnisses.
Da ging der Kummersbacher selbst – an dem verdutzten alten Melchers vorüber – in die Speisekammer, schnitt von der freihängenden Seite eine Handbreit Speck herunter, riß das Schwarzbrot in den einen, die angebrochene Kümmelflasche in den andern Arm und ging wieder in das Speisezimmer zurück. Die Geschichte mit dem Tablett und den übrigen Zubehörteilen für ein richtiges Mahl dauerte ihm hierfür zu lange.
„Iß tüchtig,“ nötigte er und schnitt ihr mit seinem derben Jagdmesser, das er niemals aus der Tasche ließ, selbst die Bissen zurecht.
Gierig schlang sie alles herunter, bekam feuerrote Fleckchen und trank auch einen tüchtigen Schluck von dem alten, scharfen Kümmel, obwohl ihre Augen danach noch mehr tränten. Dann saß sie mit andächtig zusammengelegten Händen und blinzelte in die knackenden Holzscheite.
„Jetzt wirst du reden, Klausine,“ befahl er nach geraumer Weile. „Was also ist geschehen?“ fragte er ungläubig und rüttelte sie ein wenig am Arm.
„Sie hat unser ganzes Geld verloren und das konnte sie nicht überwinden.“