„Mich mit zwei Telegrammen zur Post weggeschickt. Ganz heimlich mußte ich mich fortschleichen. Die andern im Stift durften nichts davon ahnen.“
„Nun, und die Antwort? Sagtest du nicht, daß du sie gleich auf dem Amt erwarten mußtest?“ Sie nickte wieder.
„Die hat sie in der Küche verbrannt. Wir haben nämlich jede unsere besondere,“ erzählte sie wichtig.
„Laß jetzt die Nebensachen,“ verwies er streng. Sie hörte nicht darauf.
„In der Küche ist es doch geschehen,“ fuhr sie eintöniger fort und begann schon wieder zu zittern.
„Was ist geschehen? – Nimm dich zusammen, Klausine. So weit warst du schon vorhin...“
„Genaues weiß ich nicht. Als ich dazu kam, waren schon alle Stiftsdamen bei ihr und schrieen und jammerten. Sie lag mitten auf den Fließ. Der Gasschlauch hing herunter und die Luft war schrecklich, trotzdem überall die Fenster offen standen...“
Nun begriff er! – Sie hatte den Verlust des Geldes nicht verwinden können und wollte sich einfach aus dem für sie wertlos gewordenen Leben stehlen.
„Sie ist tot?“ fragte er mit gedämpfter Stimme.
„Sie haben gleich nach dem Arzt geschickt... Noch eine kleine Viertelstunde, hat der zu mir gesagt, dann wäre er zu spät gekommen.“