Sie sann ein wenig. „Wie soll ich das erklären? Fühlst du es nicht?“
Er schüttelte wild den Kopf.
„Nein? Du hast doch empfunden, daß ich dein Leben verdorben hätte... wenn...“
„Empfunden? Doch nicht! Nur einen Augenblick lang gefürchtet. Das, was dir gehört, hatte gar nichts damit zu schaffen. Das andere in mir, das für das Recht steht und fällt, schrieb dir den Brief. Mein Herz hat dich auch in diesem Augenblick keinen Deut weniger geliebt als zu Anfang und jetzt!“
Mit leicht geschlossenen Augen lauschte sie ihm. „Es klingt schön. – Ich glaube es aber nicht!“
„Dann muß ich vollenden. Ich verstehe, daß du mich niemals geliebt hast wie ich dich...“
In ihrem Gesicht begann es zu zucken. Sie war am Ende ihrer Kraft.
Noch ein Wort – eine Wiederholung der alten Bitte – ein Entgegenrecken seiner Arme und... Sah er denn ihre große, heiße Liebe, daß er nicht müde wurde, sie zu verlangen? Er durfte sie nicht gewahr werden. Nie mehr... Sein Leben mußte hell und rein bleiben. Würde sie sein Weib, machte sie ihn zum Mitschuldigen und vernichtete ihn langsam damit. Was lag an ihr? Mochte sie nachher zusammenbrechen. Bis sie es ausgesprochen hatte, würde sie sich aufrecht erhalten.
„Ich gehe also. Du und die alte Pauline, Ihr werdet alles nach deinem Willen einrichten. Den Schlüssel kannst du danach unten bei der Hausmeistersfrau abgeben. Ich hole ihn mir später schon...“
„Soll das deine Antwort auf meine Anschuldigung sein?“