Wie kurz er war! Die Zeichen fast unleserlich. Und doch der einzige Satz wundervoll freisprechend – an dem endlich errungenen Glück vollendend, was ihm im Augenblick – vielleicht noch unbewußt – fehlte.
„Der Uebel größtes ist die ungesühnte Schuld!“
In dieser heiligen Stunde streifte Eva von Ostried alle Bitterkeit ab. Die Zeit des Leidens erschien ihr als eine Gnade, durch welche sie pilgern mußte, um des Geliebten würdig zu sein. Während sie ihre Wange an die seine schmiegte, sagte sie dankbar und demütig:
„Unsere kleine Schwester hat recht! Aber ich will noch weiter in ihrem Sinne sühnen, um meines großen Glückes auch würdig zu bleiben!“