ZUSAMMENGESETZT AUS NACHBILDUNGEN EINIGER TEILE DES MARIA THERESIEN-ZIMMERS IM KAISERLICHEN LUSTSCHLOSSE SCHÖNBRUNN, ausgeführt von der k. k. Fachschule für Holzbearbeitung in Villach unter Mitwirkung der k. k. Fachschulen für Holzbearbeitung in Wal.-Meseritsch und Chrudim (einzelne Schnitzarbeiten), Bruck an der Mur (Fenster) und der Staatsgewerbeschule in Graz (Stickereien).
Das in Weiß gehaltene Zimmer ist an der Türe, den Fensterleibungen und den Wänden mit überaus zierlichen, technisch meisterhaft und mit feiner Formenempfindung ausgeführten vergoldeten Schnitzereien ausgestattet. Die Stickereien in den 24 Panneaux und den 2 Sopraporten sind Kopien nach eigenhändigen Arbeiten der Kaiserin Maria Theresia.
RAUM XX.
SITZUNGSSAAL.
Der Sitzungssaal ist von der Firma F. O. Schmidt nach dem Originale im Schlosse Eszterháza bei Ödenburg im Stile Louis XV. dekoriert. An der rechten Seitenwand eine Marmorbüste Seiner Majestät des Kaisers, von Otto König, an der linken Seitenwand ein lebensgroßes Porträt des Erzherzogs Rainer, gemalt von Siegmund L’Allemand.
RAUM XXI.
ORIENTALISCHES ZIMMER.
Das orientalische Zimmer, rechts neben der Eingangstür zur Bibliothek gelegen, soll die Ausstattung eines Wohnraumes im Oriente zur Anschauung bringen. In die Wände sind Holzschränke mit geschnitzten Füllungen eingesetzt und zwei mit Holzgittern verschlossene Fenster eingebrochen. Unter dem Fenster eine maurische Wandétagère. Die Bänke in den Fensternischen sind mit Daghestan-Teppichen und tambourierten Seidenpolstern belegt, der Fußboden mit einem Smyrna-Teppiche, in dessen Mitte ein Taburett mit Kaffeeservice. Von der Stalaktitendecke hängt eine messingene Moschee-Ampel aus Damaskus herab.
Unter den oberen Arkaden, oberhalb der Stiege, befindet sich das Denkmal für den Gründer und ersten Direktor des Museums, R. v. Eitelberger († 1885), entworfen von H. Klotz, in Erzguß ausgeführt von der Metallwarenfabrik Artur Krupp in Berndorf; im Stiegenhause die Marmorbüste des Erbauers des Museums, H. Freiherrn von Ferstel († 1883), von V. Tilgner, die Marmorbüste des Industriellen Ed. v. Haas († 1880) und ein Medaillonbild des Professors der Kunstgewerbeschule, Ferd. Laufberger († 1881), entworfen von A. Kühne und J. Storck.
BIBLIOTHEK.
Die Bibliothek des Österreichischen Museums enthält als Fachbibliothek solche Werke, welche sowohl durch Abbildungen als durch historische, künstlerische oder wissenschaftliche Erläuterungen die Zwecke des Museums zu fördern geeignet sind. Sie besteht aus zwei Abteilungen, aus der eigentlichen Büchersammlung und aus der Sammlung von Kunstblättern.
Die letztere umfaßt eine reichhaltige Sammlung von [Ornamentstichen] aus der Zeit vom XV. bis XVIII. Jahrhundert[26] und eine Vorbildersammlung, bestehend aus Einzelabbildungen von vorzugsweise kunstgewerblichen Arbeiten aller Art in Originalzeichnungen, Kupferstichen, Holzschnitten, Lithographien und photomechanischen Druckverfahren.