Die Pneumo und Sybil tanzten leise nach einem Grammophon. Durch die schmutzigen Fenstervorhänge blinzelte schon der Morgen.

„Ich möchte jetzt lieber in einem Sarg als auf dem Liegestuhl liegen“, sagte Sybil. „Aber die Kur beginnt schon wieder ... Ein neuer Tag. Er ist so alt wie alle neuen Tage.“

Sylvester hatte sich neben den Sioux gesetzt, und beide sahen schweigend dem Tanz der Frauen zu.

Plötzlich hielt Sybil inne.

Sie sah nach dem Fenster, das bleich und übernächtig in den dämmernden Morgen stierte.

„Der Tag!“ sagte sie.

Ein ewiger Schmerz zuckte im Herzschlag dieser hingehauchten Worte.

„Der Tag ...“ wiederholte Sylvester für sich, „wessen Tag? Der meine nicht ...“

„Die Krankheit!“ röchelte der Sioux.

Sybil zog den Vorhang zurück. Da brach der erste Strahl des Morgenrotes über die Berge. Aus Sybils Lippen, die kalkweiß erstarrt waren, lief ein dünner, glänzender Blutfaden wie eine rote Schlange.