Der Doktor knöpft sich den Überrock zu und macht sich in aller Gleichgültigkeit zum Gehen bereit. „Was man sagen soll, fragen Sie? Nun, man kann ja auch schweigen. Ein Wunder ist es nicht, weder in dem einen noch in dem andern Hause, es ist eine ganz natürliche Sache. Diese blauäugigen Eheleute haben braunäugige Kinder von einem braunäugigen Vater, wer er auch sein mag.”
„Was Sie sagen!”
„Soll ich das nicht sagen? Das ist kein atavistischer Zufall. Ich hab' ein wenig nachgeforscht, es gibt keine braunen Augen in der Familie, wenigstens nicht, wo die Verwandtschaft noch einen Einfluß haben könnte.”
„Das ist ja eine verfluchte Geschichte, entschuldigen Sie!”
Der Konsul nimmt an der Unterhaltung mit einem gelegentlichen Lachen teil oder sagt „Hm!” Sonst steht er gelassen da und wartet darauf, daß die Herren sich verabschieden.
„Na ja, entschuldigen Sie, Herr Konsul,” grüßt der Doktor endlich. „Es ist übrigens sehr schade, Herr Apotheker, daß Sie den Madeira noch nicht haben, sonst hätte ich mit Ihnen kommen und den Wein versuchen können.”
„Ich werde ihn heute nachmittag schicken,” verspricht der Konsul.
Schon unter der Tür sagt der Doktor: „Denken Sie über das nach, was ich von Fräulein Fia gesagt habe, Herr Konsul. Wir möchten sie doch gerne stark und gesund haben. Ich hab' ein ganz besonderes Herz für die reizende kleine Dame.”
Jetzt sitzt der Konsul allein in seinem Kontor und stiert in seine großen Kanzleibogen hinein; er ordnet sie nach der Seitenzahl und legt sie wieder aus der Hand. Was wollten die Herren bei ihm? Regte sich ein Verdacht bei ihm über dieses „zufällige” Zusammentreffen? Hatten sie das miteinander ausgemacht, um dem Doppelkonsul einen Duck zu tun?
Sein Gesicht wird immer ernster. Als der Apotheker anklopfte, hatte der Doktor sofort herein gerufen, damit sein würdiger Spießgeselle nicht wieder gehe. Komplott! Verschwörung!