Eigentlich war es gerade für ihn etwas Unnatürliches, in einer Schmiede zu stehen, an einem Lehmboden verankert zu sein, um den Blasbalg zu bewegen und auf das Kommando eines kleinwinzigen Vorhammers Eisen zu schmieden. Aber etwas mußte Abel ja tun, er war nun längst konfirmiert und dazu ein großer, starker Bursche geworden. Und da rief ihn eines Tages der Schmied Carlsen in die Schmiede herein und sagte: „Sieh her, kannst du nicht den großen Hammer nehmen und ein paar Schläge für mich tun?” Abel schlug, es war eigentlich ganz unterhaltend, hier zu stehen und seine Kräfte dazu zu gebrauchen, Sterne aus dem glühenden Eisen herauszuhämmern.
Abel hämmerte bis zum Mittag darauf los, da zog ihn der Schmied mit sich hinein und gab ihm zu essen.
„Da hab' ich nun diese eilige Arbeit,” sagte der Schmied, „kannst du mir auch heute nachmittag helfen?”
„Das kann ich gut,” erwiderte Abel.
Als es Abend war, bekam er wieder zu essen, und als er gehen wollte, eine Krone. „Du bist ein tüchtiger Mann gewesen,” sagte der Schmied, „könntest du nicht vielleicht auch morgen kommen?”
„Doch,” sagte Abel.
Er entschied das auf eigene Faust. Die Entscheidung lag immer bei ihm selbst — entweder hatte er nun diesen Zug von seinem Vater, von Oliver, oder er hatte ihn sich selbst zugelegt, weil er doch während der ganzen Zeit des Heranwachsens alles allein hatte entscheiden müssen.
Eine ganze Woche lang blieb er beim Schmied.
„Wo bist du denn jetzt im Augenblick?” fragte der Vater.
„Beim Schmied. Ich bekomme dort Kost und eine Krone am Tag.”