„Ich meine, du solltest die Hose ausziehen.”
„Nein,” erwidert Oliver zum drittenmal, „ich tu' es nicht.”
Der Doktor sagte — und er legte einen tiefen, würdigen Sinn in seine Worte: „Wie du willst. Ich dachte übrigens nur daran, dir zu helfen.”
Oliver wandert heimwärts; es ist spät geworden, und er hört die Tanzmusik vom Tanzsaal her, es ist ja Samstagabend. Da fällt ihm ein, er sei am Ende nicht gut genug angezogen, um an den Burschen und Mädchen in ihren Staatskleidern vorüberzugehen, und er macht deshalb einen Umweg. Welch ein Zufall — da steht ja Petra und spricht mit niemand anders als mit dem Schreiner Mattis. Die beiden sind sehr eifrig, der Schreiner sieht sogar höchst leidenschaftlich aus; und wieder spürt Oliver, wie ihm ein scharfer Stich durchs Herz fährt, er knirscht mit den Zähnen, während er näher tritt. Nun erblickt Mattis den herankommenden Oliver, da zieht er sich zurück und tritt in seine Werkstatt. Er tut auch klug daran, sich zurückzuziehen, zu verschwinden, denn in diesem Augenblick tritt Oliver zähneknirschend auf ihn zu. Und Petra tut auch klug daran, auf ihren Mann zu warten, hätte sie einen Augenblick daran gedacht, wie eine Hündin zu entfliehen, dann hätte dieser Mann, ihr Ehemann, sie mit einer Donnerstimme zurückgerufen.
Sie gehen nebeneinander. Oliver schweigt und knirscht mit den Zähnen.
Petra fühlt wohl, daß ein Gewitter im Anzug ist, sie ergreift die Offensive und murmelt: „Hm! Ist das ein Zustand!”
„Ja,” sagt auch Oliver, „es ist ein Zustand.” Und jetzt dreht er die Augen nach ihr hin.
„Bei Mattis, mein' ich. Du hast es wohl gehört?” fragt sie.
„Gehört? Was?” Er hat nichts gehört, ist nur von seinem Eigenen erfüllt und erwidert: „Du, du sollst etwas zu hören bekommen!”
„Was brummst du denn da?” sagt sie unschuldig und sorglos. „Na, dann hast du es also nicht gehört?”