„Das haben Sie jedenfalls nicht angehört.”

„So. Auch ich bin mir selbst der Nächste.”

„Gerade darum,” sagt der Postmeister.

Der Doktor stutzt und sagt: „Sieh, sieh, Sie meinen also, ich diene mir selbst am besten, wenn ich Gutes von Ihnen rede?”

„Ja, das mein' ich, wenn Sie Gutes von allen Menschen reden. Herr Rechtsanwalt, ich heiße Sie willkommen in der Heimat!”

Der Doktor wollte ja eigentlich gehen, aber in der milden Zurechtweisung des Postmeisters lag etwas, das ihn veranlaßte, noch einen Augenblick zu bleiben und ihm jedenfalls die Spitze zu bieten: „Herr Postmeister, Sie gehören gar nicht in diese Welt hinein. Sie glauben an das Gute und sagen: ‚Was soll man glauben?’ Diese Welt will Logik und Realität, keine Gefühlsduselei.”

Bei solchen Streitigkeiten hatte der Postmeister den Vorteil, auf bekanntem Gebiet zu sein, wo ihn sein Nachdenken wenigstens auf einen festen Standpunkt geführt hatte. Darum war er auch oft dazu aufgelegt und vollkommen bereit, seine Meinung zu verteidigen, zuweilen sogar recht schlagfertig. Außerdem war der Postmeister durchaus kein Lamm, er konnte bisweilen recht verletzend sein mit niedergeschlagenen Augen und einem leichten Lächeln. Was er sagte, war eigentlich gar nicht viel, nur einige ganz höfliche Worte, aber sie waren nicht immer harmlos.

„Was diese Welt will, weiß ich nicht,” sagte er. „Es sollte übrigens nicht nur darauf ankommen, was sie will, sondern auch darauf, was sie wollen sollte. Da die Logik nun einmal so eine armselige Sache ist, so hätte die Welt vielleicht noch etwas außer ihr nötig. Ich weiß nicht, mit der Logik kommt man nicht weit.”

„Doch, in der Wissenschaft.”

„Meinen Sie?”