„Sagten Sie vornehm? Nein, das weiß Gott!”

Sie begegneten dem Schreiner Mattis und: „Guten Abend!” grüßte der Rechtsanwalt wieder, sprach einige Worte mit ihm und ließ ihn dann gehen.

Der Doktor sagte: „Ja, der gute Mattis, er hat wahrhaftig auch braunäugige Nachkommenschaft im Hause. Das ist ihm auch keine Freude gewesen.”

Aber nun kam der Doktor durch irgendeine Gedankenverbindung auf etwas anderes, er sagte plötzlich: „Ihre Interpellation war prächtig. So hat es ihm gehört, dem Schweinigel!”

Der Rechtsanwalt erwidert abweisend: „Nein, mit dieser Interpellation bin ich selbst von allem, was ich darin getan habe, am wenigsten zufrieden.”

Sofort stichelt der Doktor: „Was haben Sie denn sonst noch getan?”

„O, nichts,” sagte der Rechtsanwalt und will einen Wortwechsel vermeiden.

Da der Doktor jetzt den großen Mann klein genug hatte, so hatte er seinen Willen und konnte nun gerne auch sein Wohlwollen zeigen: „Natürlich tut man vielerlei im Landtag, wovon wir Außenstehenden keine Ahnung haben. Komiteearbeit zum Beispiel, von der Arbeit in den Kommission gar nicht zu reden. Es ist ganz gut, daß Sie einmal in das Verhältnis zwischen Matrosen und Reedern hineinleuchten, machen Sie nur ganze Arbeit, warum in aller Welt sollen diese Reeder so reich werden? Unwissende und ungebildete Kerle, die gelernt haben, hinter einem Ladentisch zu stehen, aber sie rauchen Zigarren mit goldener Bauchbinde, trinken Madeira von einem alten guten Jahrgang, und ihre Frauen und Töchter tragen Brillantringe, es ist zum Speien! Ei, zum Henker, da kommt ja der Postmeister! Da müssen Sie mich entschuldigen, ich drücke mich jetzt! Jetzt wird er wieder seine Überzeugung von den vielen Erdenleben lüften. Können Sie sich etwas Schrecklicheres denken, als diesen Mann? Schon allein, daß sein Leben bewußt und unablässig auf das Gute gerichtet ist, hehe! ‚Nachkommen!’ sagt er und freut sich über seine Kinder. Er ist ein Narr. Ich hoffe, Sie entschuldigen, daß ich mich davonmache, ich meine es besser mit mir, als daß ich ihn anhören möchte. — Guten Abend, Herr Postmeister! Sie sind wohl wieder auf der Suche nach Gott? Eben haben wir von Ihnen gesprochen.”

„Ich sage Dank für alles Gute, das die Herren von mir gesprochen haben.”

„Und was vielleicht Böses gesagt wurde?”