Hier hätte der Konsul haltmachen und nicht weitergehen sollen; aber er war wohl gekränkt, daß er auf solche Weise geuzt wurde, und so konnte er es nicht lassen, ein wenig überlegen zu tun: „Von Ihren und anderer Leute kleinen Einkäufen im Laden draußen weiß ich wirklich recht wenig, das besorgt Berntsen. Ich sitze hier innen im Kontor und habe etwas größere Entscheidungen zu treffen.”
„O, das bezweifle ich durchaus nicht,” gibt nun auch der Apotheker zu; er wird feig und möchte gerne vermitteln.
Aber der Doktor grinst nur, kühl wie eine Hundeschnauze: „Selbstverständlich!” sagt er. „Wir sind groß, wir sitzen hier und disponieren, sage und schreibe, über ein kleines Frachtschiff, wir stehen nicht selbst hinter dem Ladentisch und verkaufen Schmierseife und Fingerhüte.” Da der Doktor hier die Luft durch die Zähne einzieht, macht es den Eindruck, als friere er — oder vielleicht noch mehr den, als sei er rasend.
Der Konsul erwidert: „Es ist genau so, wie Sie sich das denken, in die Kleinigkeiten mische ich mich nicht ein.”
„Ach, wie groß sind wir!” ruft der Doktor. „Herrgott, wie groß sind wir, Sie und ich!”
Der Apotheker greift ein: „Nein, so war es nicht gemeint. Entschuldigen Sie, daß ich die Sache so ansehe; was fällt Ihnen denn ein, Herr Doktor?”
Der Doktor steht auf: „Nein, wissen Sie was, Sie Apothekerseele, Herr ...”
„Still! Die Sache ist die, Herr Konsul, wir wollten heute herkommen, um — wir meinten, der Doktor und ich, wir als gute Bekannte dürften uns schon einen kleinen Scherz erlauben mit — es ist uns natürlich nicht eingefallen, Sie persönlich lächerlich machen zu wollen, wir wollten nur ein wenig spaßen mit dem Orden, mit der Ritterschaft, die wohl weder Sie noch wir sehr hoch anschlagen. Wir haben uns vielleicht etwas verkehrt benommen, aber wir setzten voraus, wir dürften schon kommen und sowohl Ihnen wie uns ein wenig Spaß machen.”
„Das haben Sie auch ganz richtig vorausgesetzt,” erwidert der Konsul. „Wie Sie sehen, bin ich ja auch vom ersten Augenblick an auf den Scherz eingegangen.”
„Daß Sie etwas so Selbstverständliches noch lange erklären mögen! Ich bin erstaunt, Herr Apotheker!” ruft der Doktor. „Kommen Sie, wir gehen! Adieu!”