Der Konsul trat ihnen etwas verwundert mit den Karten in der Hand an der Tür entgegen und fragte scherzend, ob sie Audienz haben wollten? Bejahend verbeugten sie sich. „Na ja, dann bitte!” sagte der Konsul und nahm die Sache immer noch leicht.
Aber als sie im Kontor angelangt waren und immer noch mit derselben Feierlichkeit ihren Glückwunsch aussprachen, da fing der Konsul an, selbst etwas an seinem Orden zu finden und zu denken, es sei vielleicht dies die einzige richtige Art, wie einem Glückwunsch zur Ritterschaft Ausdruck verliehen werden müsse, was konnte er wissen! Er wehrte sich allerdings ein wenig und sagte: „Na ja, das ist doch nun nicht der Mühe wert, um so formell zu sein!” Aber die beiden Besucher waren standhaft und ließen sich nicht zu einem leichteren Tone verleiten.
Der Konsul bot den Herren Zigarren an, und sie erhoben sich und nahmen mit tiefer Verbeugung jeder eine Zigarre, steckten sie aber nicht an. Der Konsul wollte sich nun wohlwollend zeigen und fing von dem Postraub an, der sich eben erst ereignet hatte. Die Herren verbeugten sich zu allem, was er sagte, und legten großes Gewicht auf seine Worte. Noch ging alles gut, Konsul Johnsen war ausgesucht höflich, als der größte Mann der Stadt durfte er dem guten Ton nicht fremd gegenüberstehen. Einer von den Ladenjünglingen trat herein und legte die Post in die eigenen Hände des Konsuls, und der legte sie auf das Pult, ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen. Der Geschäftsführer Berntsen trat ein und fragte etwas, und der Konsul erwiderte über die Achsel weg: „Später, ich bin jetzt beschäftigt!”
Unterdessen saßen die beiden Herren mäuschenstill, es war, als ob sie auf noch einen feineren Ton warteten. Aber da nichts mehr zu kommen schien, fuhr wohl der Teufel in den Doktor, er wollte sich selbst auf eine handfestere Weise eine Befriedigung verschaffen. Darum wendete er sich nun an den Apotheker und sagte einige Worte; aus Hochachtung vor dem Ritter sprach er leise, aber er sagte: „Wir hätten wohl eigentlich auch unsere Schuhe draußen ausziehen sollen!”
Da begriff der Konsul; innerlich schnitt er vielleicht eine Grimasse, aber seinem Gesicht war nichts anzusehen, als er dem Doktor antwortete: „Sie fürchteten wohl, Sie hätten keine heilen Strümpfe an?”
Na, hatte Konsul Johnsen keine Schneid? Sein Hieb saß, der Doktor war einen Augenblick geschlagen, dann lächelte er und sagte: „Vielleicht, das kann wohl sein.” Aber gleich darauf ging sein Pulver los, und er sagte: „Ich hab' übrigens meine Strümpfe und alles, was ich sonst aus Ihrem Kramladen bezogen habe, bezahlt!”
„Wirklich?” erwiderte der Konsul in zweifelndem Ton.
„Ich kann die Quittungen vorlegen.”
„So?” erwidert der Konsul, und da der Doktor schweigt, fährt er fort: „Ich weiß nicht, wo Sie hinauswollen.”
„Ich will nirgends hinaus,” antwortete der Doktor. „Das ist alles.”