„Aber sind Sie denn nicht Doppel —”

„— konsul? Doch,” antwortet Konsul Johnsen und lacht laut über die Verlegenheit des andern. „Ja, das versteht sich, Doppelkonsul, hahaha! Aber es muß wirklich einer von den andern sein, der Doppelkonsul von Bolivia ist, hahaha!”

„Ach, ich hab' ja Holland gemeint,” sagt der Apotheker ganz geknickt. „Ich bin sehr unglücklich. Auf jeden Fall ist Ihr Ritterkreuz eine Ehre, nicht allein für Sie, sondern auch für die ganze Stadt, wir alle sind dadurch geehrt. Die holländische Regierung wird nun wohl auch nicht mehr lange zaudern, Ihre Verdienste anzuerkennen.”

„Wieso? Nein, dazu liegt gar kein Grund vor. Wollen Sie nicht Ihre Zigarre anstecken, ehe Sie gehen? Na, wie Sie wollen!”

„Die werden sich jetzt ordentlich schämen!” denkt der Konsul vielleicht von den eben weggegangenen Herren. Und er denkt gewiß auch, daß bei diesem ganzen dummen Besuch der Doktor jedenfalls nicht auf seine Kosten gekommen sei. Die Herren selbst dachten vielleicht etwas ganz anderes, Gott weiß, der Apotheker ging vielleicht aus der Tür und grinste inwendig, und als er nachher dem Doktor von seinem „Sortie” aus dem Doppelkonsulat berichtete, grinsten vielleicht beide Herren gemeinsam. O, dieses Dirigieren der Schiffe auf allen Weltmeeren — es war ja eine bekannte Sache, daß Konsul Johnsen dazu gar nicht ganz befähigt war und daß über das Frachtschiff Fia meist durch den Sohn Scheldrup disponiert wurde.

Der Doktor schien trotzdem höchst befriedigt zu sein. Er sagte: „Bei Licht betrachtet hat er den Hohn gar nicht begriffen. Wahrscheinlich sitzt er in diesem Augenblick zu Hause und versucht, wie ihm der Dannebrog steht.”

Der Apotheker meint, er habe doch begriffen.

„Begriffen? Was begreift denn der! Haben Sie Riesenarbeit gesagt?”

„Ja, ich sagte Riesenarbeit.”

„Und Bolivia und Zürich? Und er hat Sie nicht hinausgeworfen?”