Und doch war es kein uninteressanter Streit, der da im Anbau ausgefochten wurde. Olivers wochenlange Grübeleien über eine gewisse Sache hatten endlich ihre Entladung in einer Art Verhör seiner Frau gefunden. Petra war nämlich aufs neue guter Hoffnung; aber wie in aller Welt war das zugegangen?
Petra hatte merkwürdigerweise auch selbst versucht, ihren Zustand so lang wie möglich geheimzuhalten, akkurat, als ob eine verheiratete Frau nicht dick werden dürfte, ja, als ob sie etwas Unrechtes getan hätte; vielleicht war es das, was Oliver zuerst mißtrauisch gemacht hatte. Aber an diesem Abend, als er mit seiner direkten Anklage auf sie losgeht, da verbirgt sie nichts mehr und leugnet nichts.
„Petra,” sagte er, „ich glaube, du wirst wieder dick?”
„Du faselst!” erwiderte sie.
„Und beim Satan, wie hast du denn das angefangen?”
„Es nützt wohl nichts, es zu leugnen,” sagt sie schmeichlerisch, „denn du siehst alles.”
„Ja,” sagte er, „ich hab' es schon seit mehreren Wochen gesehen.”
Petra hatte Zeit, sich vorzubereiten, sie warf ihm nichts vor, sondern sagte: „Wie ich das angefangen hab', das weißt du wohl selbst!” Nein, sie fing den Stoß auf, wendete ihn aber ab, schob ihn auf die Seite. „Was ich getan hab'?” sagte sie. „Wenn ich Kinder bekomme, so ist es nicht schlimmer, als wenn Maren Salt Kinder bekommt.”
„Als Maren Salt?” Was wollte sie nun damit? Oliver hatte keine Worte dafür.
„Ja, das sag' ich gerade heraus,” fuhr Petra fort und sah ihren Mann beinahe streng und beleidigt an. „Sie war viel älter, als ich jetzt bin, und ich begreif' nicht, wie gewisse Leute sich so in Maren verguckt haben können.”