Na, Petra wollte also diese blödsinnige Idee durchaus nicht aufgeben, war es da nicht natürlich, daß Oliver gute Miene dazu machte und nicht länger widersprach? Sie ließ ihn nun auch auf dem Glauben, daß sie ihn tatsächlich im Verdacht habe, dieser Verdacht würde ihm nur zum Vorteil gereichen, und wenn er ihn richtig ausnützte, so hatte er sicherlich keinen Schaden davon.

„Ja ja,” sagte er, indem er so halb und halb zustimmte, „ich kann ja auch meine Fehler haben, ich kenne keinen Menschen, der nicht seine Fehler und seine Ausschweifungen und seine Lüste hätte.”

Es war merkwürdig, wie leicht er Petras Zustimmung dazu erhielt, und von da an waren sie nicht mehr uneinig, der Ton zwischen ihnen wurde im Gegenteil leicht und frivol. Das Verhör, dem er Petra unterworfen hatte, und die Frage, wie sie es in drei Teufels Namen angefangen habe, daß sie nun wieder dick werde, war ausgelöscht und verschwunden. Oliver ließ es hingehen, ja, er ging noch weiter und ließ ihr eine Art Anerkennung zuteil werden, er ließ ein paar Worte darüber fallen, daß sie eine verflixte Fruchtbarkeit habe: gut in den Vierzigern und noch immer gleich toll!

„Na,” erwiderte sie halb scherzhaft, „bin ich jetzt wieder gut?”

„Du?” rief er. „Wie dich gibt es keine mehr! Und das muß ich sagen, du hast es in dir, das Lob geb' ich dir. Und bei Gott, du hast dein Geschlecht nicht erst entdecken müssen, das war bei dir von selbst da.”


27

Am nächsten Morgen waren wohl Oliver wieder Zweifel aufgestiegen, denn er fragt Petra: „Hat Mattis es wirklich gesagt?”

„Was denn?”