Oliver gekränkt: „Wie du redest! Meinst du, ich hätt' im Ausland einen Ring aus Messing für dich gekauft? Es ist echtes Karatgold.”
„Ja, das wußt' ich. Er soll nie wieder von meiner Hand wegkommen.”
Aber so leicht sollte es nun auch nicht gehen. Sie meinte wohl, nun sei sie also wieder mit ihm verlobt, aber sie mußten sich's doch erst überlegen, erst etwas darüber nachdenken; der Schreiner würde allerdings nicht daran sterben, er hatte sich ja selbst zurückgezogen, außerdem war es wirklich ein Streich, den man dem Schreiner, der einen Krüppel schlecht behandelt hatte, spielen konnte. Aber trotzdem, zu überlegen war dabei noch vieles.
„Hier sitz' ich!” rief sie und sprang auf, um nach dem Kessel zu sehen. „Ich sah nicht, daß du ausgetrunken hattest.”
Und Oliver ließ sich einschenken; es war guter, starker Kaffee, überhaupt brachte Petra ein außerordentliches Wohlbehagen mit, schon dadurch, daß sie sich beim Einschenken auf seine Schulter stützte. „Wo dieser Kaffee herkommt, gibt es noch mehr!” sagte sie und setzte sich auf sein Knie. „Kannst du mich doch noch tragen?”
„Ob ich dich tragen kann!” rief er mannhaft. „Ich kann ebensogut tragen wie vorher.”
„Da siehst du! Warum sollte es da nicht gehen?” — Sie schmiegte sich mit dem Mantel und allem an ihn an; küßte ihn und erinnerte eindringlich: „Ja, was meinst du, Oliver, willst du mich haben?”
Na, das war nun fast mehr als genug, aber einerlei, alles äußerst genau abgewogen, war es vielleicht gar nicht dumm. Wie sehr sie es doch wollte, wie sehr sie es doch wollte!
„Hm!” sagte er. „Wenn ich so hier sitze und mir's überlege, dann glaub' ich —” hier hielt er inne und ließ einen Augenblick Totenstille herrschen — „daß es sich vielleicht machen läßt.”
„Ja,” hauchte sie.