Darauf antwortete Petra: „Das müßtest du doch verstanden haben.”

„Ich verstanden haben?”

Schweigen.

Die Großmutter ging durchs Zimmer und zog auch ihren Sonntagsstaat aus, sie hängte ihn weg, aber sie war ganz Ohr. Was konnte denn Petra noch von ihrem Manne wissen, was ihm nicht alle Welt ansehen konnte? Was war das für ein Geheimnis? War er im Gefängnis gewesen oder sollte hineinkommen? Jetzt fiel der Großmutter auch ein, daß Petra schon seit längerer Zeit auf ihren Mann stichelte, halb im Scherz, aber doch halb höhnisch, sie lachte dann und machte unanständige Bemerkungen: er tauge genau so viel wie der Kater im Hause, er fresse Fische.

Wieder herrschte Schweigen im Zimmer. Das Kind schlief und die Menschen beruhigten sich. „Was gibt's Neues im Ort?” fragte Oliver, um Entgegenkommen zu zeigen.

Da Petra nicht antwortete, sagte die Mutter: „Was mich betrifft, so hab' ich nichts Neues gehört. Ja, jetzt soll eine höhere Schule hier eingerichtet werden.”

„Was, eine höhere Schule hier?”

„So heißt es. Und sie wollen ein mächtiges steinernes Haus dafür bauen.”

Da es indes Olivers Absicht war, seine Frau mit ins Gespräch zu ziehen, fragte er sie direkt: „Wer war denn in der Gesellschaft?”

„In welcher Gesellschaft?”