„Sie ist doch wohl nicht verfault?” fragte Abel und probierte sie.

„Verfault? Eine nagelneue Schnur. Kannst dich daran aufhängen; aber eine Krone — nein, zum Kuckuck!”

„Ich hab' nicht mehr als eine.”

„Dann geh nur weiter. Was stehst du denn da mit deiner einen Krone?”

Abel ging.

Olaus rief ihm nach: „Du — wie heißt du denn — hast du nicht mehr?”

„Nein.”

„Na, so komm und nimm sie! Aber sie ist fünf wert.”

Jetzt war Abel obenauf. Denn es war ja eigentlich der Fischfang, wonach den beiden Kameraden, Abel und Eduard, der Sinn stand. Beide waren schon mit Eduards Vater hinausgefahren, sie kannten die Fischgründe, aber sie hatten keine Gerätschaften; ihre Väter aber wagten es nicht, ihnen ihre Schnüre zu leihen und die Kinder auf eigene Faust hinausfahren zu lassen. Jetzt waren sie, wie gesagt, obenauf. Gegen Abend ruderten sie in Olivers Boot hinaus.

Nein, wie gespannt sie waren! Geduckt und vorsichtig wie Diebe glitten sie am Ufer hin, um an der Landzunge vorbei und außer Sicht zu kommen; sie waren nicht groß, eine Elle hoch, Nichtse, aber sie waren von ihrer Sache erfüllt und schmiedeten Pläne. Sie wußten ja nicht, was sie beim erstenmal ergattern würden, aber was sie erlangten, sollte für Angelschnüre auch für Eduard ausgegeben werden, dann hatte jeder seine eigene. O, sie verstanden sich auf das Boot, sie konnten rudern und schaukeln und rückwärtsfahren schon fast solange, als sie gehen konnten; für das Eichhörnchen und Eduard brauchte man keine Angst zu haben. Was Abel betraf, so paßte es ganz besonders gut für ihn an diesem Tag; denn er hatte große Stiefel bekommen, Schaftstiefel. Er war sehr stolz auf sie, obgleich sie früher seinem Vater gehört hatten und dann von Frank vertragen worden waren.