Als der Schulvorsteher das neue Schild betrachtet und entziffert hatte, schlug er sich den Staub von seinem abgetragenen Rock weg und ging hinüber in das Doppelkonsulat. Wenn er jetzt die Gelegenheit benützte, eine Unterredung mit dem Herrn Konsul zu bewerkstelligen, so war das wirklich recht schlau gemacht.

Er gratulierte mit wohlgesetzten, ehrerbietigen Worten. Der Herr Konsul sei also von einer weiteren Regierung zum Vertrauensmann ausersehen worden.

O ja, allerdings. Übrigens sei da nichts als Arbeit und auch keine so kleinen Ausgaben mit verbunden. Aber man könne sich dem nicht gut entziehen. „Doch um auf etwas anderes zu kommen, so möchte ich Ihnen, Herr Schulvorsteher, für meine kleine Fia bestens danken. Ich bin froh, daß das Examen überstanden ist. Es hätte ja etwas besser ausfallen können, aber das ist nun nicht zu ändern, sie soll ja auch nicht Lehrerin werden.”

Sie sprechen weiter über dieses Thema: jawohl, Fia könnte gut Lehrerin werden, in mehreren Fächern andere unterrichten. Warum nicht? „Und nun Herr Konsul, komme ich zu Ihnen als dem Ersten in allem miteinander, ich habe ein Anliegen an Sie.”

„Nun?”

„Ein ernsthaftes Anliegen. Es handelt sich um einen Schüler, der in seiner glänzenden Entwicklung nicht aufgehalten werden und zugrunde gehen darf. Es ist Frank, der Sohn von Oliver.”

„Was ist mit ihm?”

„Sie haben ihn ein Jahr ums andere gekleidet, und Sie haben für die ganze Familie Ihre große Teilnahme bewiesen —”

„Durchaus nicht!” unterbricht ihn der Konsul.

Der Schulvorsteher sieht den Konsul verwundert an, dann sagt er: „Zuerst haben Sie seine Mutter gehabt —”