Gefälscht?

Gefälscht? Da stand die „Jungfer” und fragte geradezu, ob ich gefälscht hätte. Er fragte sogar rasch und interessiert. Ich sah ihn an, fühlte mich tief gekränkt und antwortete nicht.

Ja, ja, Herrgott, das kann dem Besten passieren! meinte er, um mich zu trösten. Er glaubte immer noch, daß ich gefälscht hatte.

Was kann, ja Herrgott, dem Besten passieren? fragte ich. Fälschen? Hören Sie, mein lieber Mann, glauben Sie denn wirklich, daß ich eine solche Niederträchtigkeit begangen haben könnte? Ich?

Aber Lieber, mir schien, Sie sagten ganz deutlich....

Ich warf den Kopf zurück, wandte mich von der „Jungfer” ab und sah die Straße hinunter. Mein Blick fiel auf ein rotes Kleid, das sich uns näherte, es war eine Frau an der Seite eines Mannes. Hätte ich nun nicht gerade dieses Gespräch mit der „Jungfer” geführt, wäre ich nicht von seinem groben Verdacht gekränkt worden, und hätte ich nicht eben den Kopf zurückgeworfen und mich beleidigt abgewandt, dann wäre dieses rote Kleid vielleicht an mir vorbeigegangen, ohne daß ich es bemerkt hätte. Und was ging es mich im Grunde an? Was ging es mich an, selbst wenn es das Kleid der Hofdame Nagel gewesen wäre?

Die „Jungfer” sprach weiter und versuchte den Irrtum wieder gutzumachen; ich hörte ihm gar nicht zu, sondern starrte die ganze Zeit auf dieses rote Kleid, das sich uns die Straße herauf näherte. Und mir lief eine Erregung durch die Brust, ein gleitender, feiner Stich; ich flüsterte in Gedanken, flüsterte ohne den Mund zu bewegen:

Ylajali!

Jetzt wandte sich auch die „Jungfer” um, entdeckte die beiden, die Dame und den Herrn, grüßte sie mit den Augen. Ich grüßte nicht, oder vielleicht grüßte ich doch. Das rote Kleid glitt die Karl Johanstraße hinauf und verschwand.

Wer ging mit ihr? fragte die „Jungfer”.