Ob er mir nicht einige Öre dafür geben könne? Soviel ihm selbst gut dünke.... Ganz nach seinem eigenen Ermessen....

Für die Knöpfe? Und „Onkel” starrt mich verwundert an. Für diese Knöpfe?

Nur zu einer Zigarre oder dergleichen. Ich ging eben vorbei und da wollte ich hereinschauen.

Da lachte der alte Pfandleiher und drehte sich zu seinem Pult zurück ohne ein Wort zu sagen. Nun stand ich wieder da. Ich hatte eigentlich nicht viel erhofft, und trotzdem hatte ich es für möglich gehalten, daß mir geholfen würde. Dieses Lachen war mein Todesurteil. Nun konnte wohl auch ein Versuch mit der Brille nichts mehr nützen?

Ich würde natürlich meine Brille mit dreingeben, das ist selbstverständlich, sagte ich und nahm sie ab. Nur zehn Öre, oder wenn er wolle, fünf Öre.

Sie wissen doch, daß ich Ihnen auf Ihre Brille nichts leihen kann, sagte „Onkel”; ich habe Ihnen das schon früher gesagt.

Aber ich brauche eine Briefmarke, erwiderte ich dumpf; ich könne nicht einmal die Briefe abschicken, die ich schreiben müsse. Eine Briefmarke für fünf oder zehn Öre, ganz wie Sie es selbst für gut finden.

Nun machen Sie um Gotteswillen, daß Sie fortkommen! antwortete er mit einer abwehrenden Handbewegung.

Ja ja, dann muß ich es wohl sein lassen, sagte ich zu mir selbst. Mechanisch setzte ich die Brille wieder auf, nahm die Knöpfe in die Hand und ging. Ich sagte Gute Nacht und schloß die Türe wie gewöhnlich hinter mir. Hieran war also nichts mehr zu ändern! Draußen vor dem Treppenschacht blieb ich stehen und sah die Knöpfe noch einmal an. Daß er sie durchaus nicht haben wollte! sagte ich; es sind doch fast neue Knöpfe. Das kann ich nicht verstehen!

Während ich in diese Betrachtungen vertieft dastand, kam ein Mann vorbei und ging in den Keller hinunter. Er hatte mir in der Eile einen kleinen Stoß versetzt, wir baten beide um Entschuldigung, und ich drehte mich um und sah ihm nach.