Danke! Danke! sage ich. Ja, das ist vielleicht das beste, gekochte Milch.

Und ich gehe weiter.

Ich ging in das erste beste Café und bestellte gekochte Milch. Ich bekam die Milch, trank sie, so heiß wie sie war, hinunter, schluckte gierig jeden Tropfen, bezahlte und ging nach Hause.

Nun geschah etwas Seltsames. Vor meinem Tor, an den Laternenpfahl gelehnt und mitten in dessen Licht, steht eine Gestalt, die ich schon von weitem erspähe. — Es ist wieder die schwarzgekleidete Dame. Die gleiche schwarzgekleidete Dame wie an den früheren Abenden. Es konnte kein Irrtum sein, sie war zum viertenmal an die selbe Stelle gekommen. Sie steht vollkommen unbeweglich.

Ich finde dies so sonderbar, daß ich unwillkürlich meine Schritte verlangsame; in diesem Augenblick habe ich meine Gedanken ganz in Ordnung, aber ich bin sehr erregt, meine Nerven sind durch die letzte Mahlzeit gereizt. Ich gehe wie gewöhnlich dicht an ihr vorbei, komme beinahe bis zum Tor und bin im Begriff einzutreten. Da bleibe ich stehen. Mit einem Mal kommt mir ein Einfall. Ohne mir darüber Rechenschaft zu geben, drehe ich mich um und gehe bis dicht zu der Dame hin, sehe ihr ins Gesicht und grüße:

Guten Abend, Fräulein!

Guten Abend! antwortet sie.

Entschuldigen Sie, suchen Sie jemand? — Ich hätte sie schon früher bemerkt; ob ich ihr in irgendeiner Weise behilflich sein könne? Ich bitte übrigens vielmals um Entschuldigung.

Ja, sie wüßte nicht recht....

Hinter diesem Tor wohne niemand außer drei, vier Pferden und mir; es sei dies übrigens ein Stall und eine Spenglerwerkstatt. Sie sei sicher auf falscher Fährte, wenn sie hier jemand suche.