Die Kellnerin kommt wieder zu mir her.

Wollen Sie nichts zu trinken haben? sagt sie. Und sie beugt sich ein wenig zu mir herab.

Ich sah sie an; sie sprach sehr leise, beinahe schüchtern. Sie schlug die Augen nieder.

Ich meine ein Glas Bier oder was Sie wollen.... Von mir.... dreingegeben.... wenn Sie mögen....

Nein, vielen Dank! antwortete ich. Nicht jetzt. Ich will ein anderes Mal wiederkommen.

Sie zog sich zurück und setzte sich hinter den Schenktisch; ich sah nur ihren Kopf. Ein sonderbares Menschenkind!

Als ich fertig war, ging ich sofort zur Türe. Ich fühlte bereits Würgen. Die Kellnerin erhob sich. Ich scheute mich, ins Licht zu treten, fürchtete, dem jungen Mädchen, das mein Elend nicht ahnte, mich zu sehr zu zeigen und sagte deshalb schnell Gute Nacht, nickte und ging.

Das Essen begann zu wirken, ich litt sehr darunter und konnte es nicht lange bei mir behalten. Ich ging und entleerte meinen Mund in jedem dunklen Winkel, an dem ich vorbeikam, kämpfte damit, dieses Würgen, das mich von neuem aushöhlte, zu unterdrücken, ballte die Hände und machte mich hart, stampfte auf das Pflaster und würgte wieder wütend hinunter, was herauf wollte — vergebens! Schließlich sprang ich in einen Torweg hinein, vornübergebeugt, blind von dem Wasser, das mir in die Augen drang, und entleerte mich wieder.

Ich wurde verbittert, ging durch die Straße und weinte, fluchte den grausamen Mächten, die mich so verfolgten, verwünschte sie für ihre Niederträchtigkeit in die Verdammung und ewige Qual der Hölle. Wenig Ritterlichkeit war diesen Mächten eigen, wirklich sehr wenig Ritterlichkeit, das war nicht zu leugnen!.... Ich ging zu einem Mann hin, der in ein Schaufenster gaffte, und fragte ihn in größter Eile, was man seiner Meinung nach einem Menschen geben solle, der lange Zeit gehungert habe. Es gelte das Leben, sagte ich, er vertrüge kein Beefsteak.

Ich habe gehört, daß Milch gut sein soll, gekochte Milch, antwortet der Mann äußerst erstaunt. Für wen fragen Sie übrigens?