So, sagte er. Aber du hast doch einen Lappen mitgenommen. Hast du geahnt, daß du ausgleiten würdest?
Einen Lappen mitgenommen? wiederholte sie.
Einen großen weißen Lappen, eines von meinen Hemden, das du quer abgeschnitten hattest.
Jawohl, den Lappen habe ich mitgenommen, um Wacholder drin nach Hause zu tragen, sagte Barbro.
Wacholder?
Ja, Wacholder. Habe ich dir nicht gesagt, daß ich Wacholder holen wollte?
Ja, oder Besenreis.
Ach, das ist doch einerlei, was es war ...
Allein trotz dieses starken Zusammenstoßes wurde es wieder gut zwischen den beiden, das heißt, es wurde nicht mehr gut, aber erträglich; Barbro war klug und zeigte sich nachgiebiger, sie witterte Gefahr. Aber unter diesen Verhältnissen wurde ja das Leben auf Maaneland immer gezwungener und unerträglicher, ohne Vertrauen, ohne Freude, immer auf der Hut. Es ging immer nur einen Tag um den andern, aber solange es überhaupt ging, mußte Axel zufrieden sein. Er hatte nun einmal dieses Mädchen zu sich genommen, er brauchte es, war ihr Liebster gewesen, hatte sich an sie gebunden, es war keine leichte Sache, sich und sein ganzes Leben zu ändern. Barbro wußte alles, was mit dem Neubau zusammenhing, wo Hab und Gut aufbewahrt war, wann die Kühe und Geißen werfen würden, ob das Winterfutter kärglich oder reichlich war, welche Milch zu Käsen bestimmt war und welche im Haushalt verbraucht werden durfte — eine Fremde wurde von nichts eine Ahnung haben, und eine Fremde war vielleicht gar nicht aufzutreiben.
Ach, aber oft schon hatte Axel doch daran gedacht, Barbro fortzuschicken und ein anderes Mädchen dafür zu nehmen; sie war zuweilen ein wahrer Zankapfel, und er fürchtete sich beinahe vor ihr. Selbst zu der Zeit, in der er das Unglück gehabt hatte, Glück bei ihr zu haben, war er bisweilen vor ihrer merkwürdig grimmigen und unliebenswürdigen Art zurückgewichen. Allein sie war schön und hatte auch ihre süßen Stunden und begrub ihn gut in ihren Umarmungen. Doch das war einmal, jetzt hatte es aufgehört. Nein, danke schön, diese elende Geschichte wollte sie nicht noch einmal durchmachen! Aber es ist nicht so leicht, sich und sein ganzes Leben umzuformen. Dann wollen wir sofort heiraten, sagte Axel dringend. — Sofort? erwiderte sie. Nein, ich fahre zuerst in die Stadt und lasse meine Zähne herrichten. Ich habe sie ja vor lauter Zahnweh beinahe alle verloren.