Nun schweigen beide und arbeiten an ihren Steinen weiter. Nach einer Weile fragt der Vater: Ist Eleseus noch nicht heimgekommen? — Sivert erwidert ausweichend: Er kommt jetzt bald.

Die Sache mit Eleseus war die, er war sehr häufig fort, wollte beständig reisen. Hätte er denn die Waren nicht auch schriftlich bestellen können, statt selbst hinzureisen und sie einzukaufen? Er bekam sie allerdings viel billiger, aber wieviel kosteten die Reisen! Er hatte eine so merkwürdige Art zu denken. Und was wollte er denn mit noch mehr Baumwollstoff und seidenen Bändern für Taufhäubchen und schwarzen und weißen Strohhüten und langen Tabakspfeifen? Derartiges kaufte doch kein Ödlandbewohner, und die Kunden aus dem Dorf kamen nur nach Storborg herauf, wenn sie kein Geld hatten. Eleseus war in seiner Art recht tüchtig, oh, man mußte nur einmal sehen, wie geschickt er auf Papier schrieb oder mit der Kreide rechnete! Wenn ich nur deinen Kopf hätte! sagten die Leute bei solchen Gelegenheiten. Das alles war ganz richtig, aber er hatte zuviel Geld ausstehen. Diese Dorfleute bezahlten ja niemals, was sie schuldig waren, und selbst so ein Bettelmann wie Brede Olsen war im Winter nach Storborg gekommen und hatte Baumwollstoff und Kaffee und Sirup und Kerzen auf Borg erhalten.

Isak hat ja nun schon sehr viel Geld für Eleseus und sein Geschäft und seine Reisen ausgegeben, und so sehr viel von dem Reichtum, den er für den Kupferberg erhalten hat, ist nicht mehr übrig, und was dann? — Wie glaubst du, daß das mit Eleseus weitergehen wird? fragt Isak plötzlich. — Weitergehen? fragt Sivert zurück, um Zeit zu gewinnen. — Es sieht nicht aus, als ob es gehen wollte. — Er selbst ist voll der besten Hoffnung, sagt Sivert. — So, hast du mit ihm darüber gesprochen? — Nein, Andresen hat es gesagt. — Der Vater denkt darüber nach und schüttelt den Kopf: Nein, es geht nicht, sagt er. Aber es ist schade um Eleseus!

Und der Vater wird immer finsterer und war doch schon vorher nicht allzu leichten Sinnes gewesen.

Da rückt Sivert mit einer Neuigkeit heraus: Es kommen jetzt noch mehr Ansiedler ins Ödland. — Wieso? — Ja, zwei neue Ansiedler. Sie haben sich noch weiter oben als wir angekauft. — Isak bleibt mit dem Spaten in der Hand stehen, das war eine große Neuigkeit und eine gute Neuigkeit, eine von den besten. Dann sind wir zehn Ödlandbauern, sagt er. Isak bekommt nähere Auskunft, wo sich die neuen Ansiedler angekauft haben, er hat die ganze Geographie im Kopf und nickt: Ja, da haben sie recht getan, dort haben sie einen guten Wald für Brennholz und auch Hochstämme. Das Grundstück neigt sich gegen Südosten.

Nein, nichts konnte die Ansiedler zurückhalten; es kamen immer mehr neue Leute her. Der Bergwerksbetrieb hörte allerdings auf, aber das war ja nur zum Nutzen der Landwirtschaft, es war nicht wahr, daß das Ödland tot dalag, im Gegenteil, es wimmelte da von Leben, zwei neue Ansiedler mehr, vier Hände mehr, Äcker, Wiesen und Häuser. Ach, die freien, grünen Halden im Walde, Hütten und Quellen, Kinder und Tiere! Korn wächst auf den Mooren, wo zuvor nur Schachtelhalme gestanden hatten, blaue Glockenblumen nicken von den Hügeln, Sonnengold leuchtet auf dem blühenden Hornklee vor den Häusern. Und Menschen sind da und sprechen und denken und sind eins mit Himmel und Erde.

Hier steht nun der erste, der sich im Ödland niedergelassen hat. Als er kam, watete er bis an die Knie in Sumpf und Heide, er fand eine sonnige Halde und siedelte sich da an. Andere kamen nach ihm, sie traten einen Fußpfad durch die unbebaute Allmende, noch andere kamen, der Fußpfad wurde zu einem Fahrweg, nun fuhren sie mit Karren darauf. Isak muß sich zufrieden fühlen, Stolz muß ihn durchzucken, er hat den Grund zu dieser ganzen Ansiedlung gelegt, er ist der Markgraf.