Dann arbeiteten sie weiter.

Ein paar Tage später meinten beide, nun hätten sie genug Steine zu der Mauer. Es war an einem Freitagabend, sie setzten sich, um auszuschnaufen, und plauderten wieder eine Weile.

Hm. Nun, was meinst du, sagte der Vater, wollen wir ein wenig an Breidablick denken? — Warum? fragte Sivert. Was sollen wir damit? — Ja, das weiß ich nicht. Das Schulhaus ist auch dort, und Breidablick liegt mittendrin. — Ja, und? fragte der Sohn. — Ich wüßte gar nichts damit anzufangen, denn man kann es zu nichts verwenden. — Hast du daran gedacht? fragte Sivert. — Der Vater antwortete: Nein. Ich denke an Eleseus, ob er wohl darauf arbeiten möchte? — Eleseus? — Ja, aber ich weiß nicht. — Lange Überlegung auf beiden Seiten. Dann sammelte der Vater das Handwerkszeug zusammen, lud es sich auf und wendete sich heimwärts. — Ich meine, du solltest mit ihm darüber reden, sagte Sivert schließlich. Und der Vater schloß das Gespräch mit den Worten: Nun haben wir auch heute keinen schönen Stein zu der Türschwelle gefunden.

Der nächste Tag war ein Samstag, und da mußten sie schon sehr früh aufbrechen, um mit dem Kinde rechtzeitig übers Gebirge zu kommen. Jensine, die Magd, sollte auch mit, da hatten sie die eine Patin, die andern Gevattern mußten jenseits des Gebirges unter Ingers Verwandten aufgetrieben werden.

Inger war sehr hübsch, sie hatte sich ein besonders kleidsames Kattunkleid genäht und trug überdies weiße Streifen um den Hals und an den Handgelenken. Das Kind war ganz in Weiß, nur unten am Saum war ein neues blauseidenes Band durchgezogen; aber es war ja auch ein ganz besonderes Kind, es lächelte und plauderte schon und horchte auf, wenn die Stubenuhr schlug. Der Vater hatte den Namen ausgewählt. Ihm kam dies zu, er wollte hier eingreifen — laßt uns nur meinem Rat folgen! Er hatte zwischen Jakobine und Rebekka, die beide etwas mit Isak zusammenhingen, geschwankt, schließlich war er zu Inger gegangen und hatte ängstlich gesagt: Hm. Was meinst du zu Rebekka? — O ja, antwortete Inger. — Als Isak dies hörte, wurde er ordentlich männlich und sagte barsch: Wenn sie etwas heißen soll, so soll sie Rebekka heißen. Dafür stehe ich ein!

Und natürlich wollte er mit in der Kirche sein, der Ordnung halber und auch, um das Kind zu tragen, der kleinen Rebekka sollte ein gutes Taufgeleite nicht fehlen. Er stutzte sich den Bart, zog wie in jüngeren Jahren ein frisches rotes Hemd an; es war zwar in der größten Hitze, aber er hatte einen schönen neuen Winteranzug, den legte er an. Übrigens war Isak nicht der Mann, der sich Verschwendung und Flottheit zur Pflicht machte, deshalb zog er zu der Wanderung übers Gebirge ein Paar von seinen märchenhaften Siebenmeilenstiefeln an.

Sivert und Leopoldine mußten bei den Haustieren daheim bleiben.

Sie ruderten im Boot über den Gebirgssee, und das war eine große Erleichterung gegen früher, wo sie immer außen herum hatten wandern müssen. Aber mitten auf dem Wasser, als Inger der Kleinen die Brust geben wollte, sah Isak etwas Glänzendes an einem Faden um ihren Hals hängen. — Was konnte das sein? In der Kirche bemerkte er, daß sie den goldenen Ring am Finger trug. Oh, diese Inger, sie hatte sich es nicht versagen können!

17

Eleseus kam nach Hause.