Merkwürdig — dieses große Zutrauen tat dem armen Geißler wohl: Ja, ich weiß nun nicht, ob du gut dabei fährst, sagte er und überlegte. Doch plötzlich wurde er sicher und fuhr fort: Aber wenn du mir freie Hand gibst, werde ich jedenfalls besser für dich handeln, als du es selbst tun könntest. — Isak fing an: Hm. Ihr seid von der ersten Stunde an hier ein guter Herr für uns gewesen ... Geißler runzelte die Stirn und unterbrach ihn: Also, es ist gut!

Am nächsten Morgen setzten sich die Herren hin, um zu schreiben. Sehr ernsthafte Sachen schrieben sie; zuerst einen Kaufkontrakt auf vierzigtausend Kronen für den Kupferberg, dann ein Dokument, worin Geißler zugunsten seiner Frau und seiner Kinder auf jeden Heller von diesen vierzigtausend verzichtete. Isak und Sivert wurden hereingerufen, um diese Papiere als Zeugen zu unterschreiben. Als dies getan war, wollten die Herren Isak seine Prozente für eine Bagatelle abkaufen, für fünfhundert Kronen. Aber Geißler unterbrach sie mit den Worten: Scherz beiseite!

Isak verstand nicht viel vom Ganzen, er hatte einmal verkauft und seine Bezahlung dafür erhalten, und im übrigen, Kronen — das war gar nichts, es waren keine Taler. Sivert dagegen dachte sich mehr dabei, der Ton der Verhandlungen war ihm auffallend: das war gewiß eine Familiensache, die hier beigelegt und abgemacht wurde. So sagte einer der Herren: Lieber Geißler, du brauchtest wirklich nicht so rote Ränder um die Augen zu haben! Worauf Geißler scharfsinnig aber ausweichend antwortete: Nein, das brauche ich wirklich nicht. Aber es geht eben nicht nach Verdienst in dieser Welt.

War es so, daß Frau Geißlers Brüder und Verwandte ihren Mann abfinden, sich vielleicht mit einem Schlag von seinen Besuchen befreien und die widerwärtige Verwandtschaft loswerden wollten? Nun war ja der Kupferberg wahrscheinlich nicht wertlos, das wurde von keinem behauptet, aber er war sehr abgelegen, die Herren sagten geradezu, sie kauften ihn jetzt, um ihn weiterzuverhandeln an Leute, die viel leichter eine Grube in Betrieb setzen und ausbauen könnten als sie. Darin lag nichts Unnatürliches. Sie sagten auch offen, sie wüßten nicht, wieviel der Berg eintragen könnte. Wenn eine Grube eröffnet würde, seien vielleicht vierzigtausend Kronen keine Bezahlung; wenn aber der Berg so liegen bleibe, wie er jetzt sei, dann sei es hinausgeworfenes Geld. Aber jedenfalls wollten sie reinen Tisch machen, und deshalb böten sie Isak fünfhundert Kronen für seinen Anteil.

Ich bin Isaks Bevollmächtigter, sagte Geißler, und ich verkaufe sein Recht nicht unter zehn Prozent der Kaufsumme.

Viertausend! sagten die Herren.

Viertausend! beharrte Geißler. Der Berg ist Isaks Eigentum gewesen, er erhält viertausend. Mir hat er nicht gehört, ich bekomme vierzigtausend. Wollen sich die Herren wohl die Mühe nehmen und das bedenken.

Ja, aber viertausend!

Geißler stand auf und sagte: Jawohl oder gar kein Verkauf.

Sie überlegten, tuschelten miteinander und gingen auf den Hofplatz hinaus, zogen die Sache in die Länge. Richtet die Pferde! riefen sie dann den Dienern zu. Einer der Herren ging zu Inger hinein, bezahlte fürstlich für den Kaffee, einige Eier und das Nachtquartier. Geißler ging anscheinend gleichgültig umher, aber er war noch ebenso wachsam: Wie ist es mit der Wasserleitung im vorigen Jahr gegangen? fragte er Sivert. — Sie hat uns die ganze Ernte gerettet. — Ich sehe, ihr habt den Sumpf dort umgerodet, seit ich das letztemal hier war. — Ja. — Ihr müßt euch noch ein Pferd anschaffen, sagte Geißler. Er sah alles.