In der Nacht erwacht Isak und steht auf. Inger schläft, fest und tief schläft sie nach ihrer Wanderung. Er geht wieder in den Stall. Jetzt redet er die Kuh ja nicht so an, daß es in widerliche Schmeicheleien übergeht, aber er tätschelt sie freundlich und untersucht sie aufs neue nach allen Richtungen, ob sie nicht irgendein Merkmal, ein Zeichen von einem fremden Eigentümer habe. Aber er findet kein Zeichen und geht erleichtert fort.

Da liegt das Bauholz. Er fängt an, es auseinander zu rollen, es in einem Viereck auf die Mauer zu heben, ein großes Viereck für die Stube und ein kleines Viereck für die Kammer. Es war sehr unterhaltend und nahm ihn so in Anspruch, daß er darüber die Zeit vergaß. Jetzt rauchte es aus dem Dachloch der Gamme, Inger trat heraus und meldete, das Frühstück sei fertig. Und was hast du denn hier vor? fragte sie. — Bist du aufgestanden? erwiderte Isak.

Seht, dieser Isak, er tat sehr geheimnisvoll, aber es gefiel ihm gut, daß sie fragte und neugierig war und ein Wesen aus seinem Vorhaben machte. Als er gegessen hatte, blieb er noch ziemlich lange in der Gamme sitzen, ehe er wieder hinausging. Worauf wartete er?

Nein, ich bleibe hier sitzen! sagte er schließlich und stand auf. Und ich habe doch so viel zu tun! sagte er. — Baust du ein Haus? fragte sie. Kannst du nicht antworten? — Er antwortete aus Gnade, ja, er fühlte sich außerordentlich groß, weil er ein Haus baute und dem Ganzen vorstand, deshalb antwortete er: Du siehst doch wohl, daß ich baue. — So? Ja, ja. — Kann ich denn anders? sagte er. Du kommst wahrhaftig mit einer ganzen Kuh daher, und da muß ich doch einen Stall für sie haben.

Arme Inger, sie war nicht so unmenschlich klug wie er, wie Isak, der Herr der Schöpfung. Und es war, ehe sie ihn kennenlernte, ehe sie seine Art zu sprechen verstand. Inger sagte: Aber du wirst doch nicht am Ende einen Stall bauen? — So, sagte er. — Du führst mich wohl an, denn es wäre ja viel besser, du bautest ein Haus. — So, meinst du das? erwiderte er und sah sie mit verstellt ausdrucksloser Miene an, ja, als ob ihm bei ihrer Frage erst ein Licht aufginge. — Ja, dann können die Tiere die Gamme bekommen. — Er überlegte und sagte dann: Ich glaube wirklich, so wird es am besten sein! — Da siehst du, sagte die siegende Inger, ich bin auch nicht so ganz auf den Kopf gefallen. — Nein. Und was meinst du zu einer Kammer neben der Stube? — Eine Kammer? Dann wäre es bei uns wie bei anderen Leuten. Ja, wenn uns das widerfahren würde.

Und es widerfuhr ihnen. Isak baute und hieb Eckfugen aus; er legte die Balken im Viereck, und zugleich mauerte er eine Feuerstelle aus dazu passenden Steinen; aber diese letzte Arbeit gelang ihm am wenigsten, und er war zuzeiten recht unzufrieden mit sich. Als die Heuernte begann, muß er von seinem Bauwerk heruntersteigen, um weitum in den Halden das Gras zu mähen; danach trug er das Heu in ungeheuren Lasten nach Hause.

An einem Regentag sagte Isak, er müsse hinunter ins Dorf.

Was willst du dort? fragte Inger. — Ich weiß es selbst nicht genau, antwortete er.

Er ging, war zwei volle Tage abwesend und brachte dann einen Kochherd angeschleppt — der Prahm kam durch den Wald dahergesegelt mit einem Kochherd auf dem Rücken.

Du bist nicht wie ein Mensch gegen dich selbst, sagte Inger. Nun riß Isak die Feuerstelle, die sich in dem neuen Haus so schlecht ausnahm, wieder ein und stellte den Herd an ihren Platz. Nicht alle Leute haben einen Kochherd, sagte Inger, und nun haben wir einen! sagte sie.